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CDU:Das sind Merkels entscheidenden Sätze

Die Zeiten seien unsicher. Der Wahlkampf werde nicht einfach. Merkel erwartet "Anfechtungen von allen Seiten". Von ganz rechts, "wie nie zuvor". Und natürlich auch von links. Die Gesellschaft sei polarisiert. Mehr als noch 2013. Sie will antreten, "für unsere Werte" und "unsere Art zu leben". Beides werde heute im Land und international angefochten. Dazu komme eine Weltlage, die sich - "vorsichtig gesagt" - erstmal neu sortieren muss. Jetzt, nach der Wahl in den USA. "In dieser Situation bin ich bereit zu kandidieren, erneut zu kandidieren." Das sind die entscheidenden Sätze.

Die Erwartungen an Merkel sind nach der Wahl von Donald Trump weltweit gestiegen. Manche sehen in ihr die letzte mächtige Fahnenträgerin der freien, der liberalen Welt. Die müsse Merkel jetzt verteidigen. Merkel hat das wahrgenommen, es ärgert sie.

Es "ehrt mich zwar", sagt sie leicht gereizt, dass es jetzt angeblich nur auf sie ankomme. Sie empfinde solche Anforderungen aber als "grotesk, geradezu absurd". Kein Mensch könne alleine, auch nicht mit größter Erfahrung, die Dinge in Deutschland Europa oder der Welt mehr oder weniger zum Guten wenden. "Und schon gar nicht die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland."

Ihre Botschaften an die AfD-Sympathisanten

Das entspricht genau ihrem Politikansatz: Kooperation, Dialog, Kompromiss. Kurz, der Ausgleich von Interessen. Ihre Basis: Empathie, Freiheit, Respekt vor dem Recht jedes einzelnen Menschen. Und zwar "unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Orientierung". Das sind die Sätze, die in Richtung derer gehen, die mit der AfD sympathisieren. Die will, die muss sie wohl auch an die CDU binden, muss ihnen zeigen, dass sie bereit ist, ihre Probleme zu lösen. Was nicht bedeute, ihnen nach dem Mund zu reden, sagt Merkel.

Ihre Ziele: Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft arbeiten, dafür, dass die Gesprächsfähigkeit erhalten bleibt. Ihr sei klar, dass niemand die Weisheit gepachtet habe. Darum wirbt sie dafür. Miteinander wie Demokraten zu streiten. Und streiten heißt: "Nicht hassen, nicht andere herabsetzen oder ausgrenzen."

Das alles ist noch keine klare Agenda. Aber es soll ein Beginn sein, soll die vierte Amtszeit von Angela Merkel vorbereiten. Sie möglich machen. Wenn sie gewinnt und wenn sie die vier Jahre durchhält, dann wird sie so lange regiert haben wie Helmut Kohl. 16 Jahre. So wie Angela Merkel tickt, interessiert sie das eher wenig. Aber sie will, hat sie einmal gesagt, auch nicht als Wrack aus der Politik ausscheiden.

Denkt sie so weit in die Zukunft? Merkel ist über die Frage eher belustigt. "Das muss ich heute echt nicht beantworten." Sonst müssten sie jetzt schon über das Jahr 2025 sprechen. "Ich weiß ja nicht einmal, ob Sie dann noch dabei sind", antwortet sie der Fragestellerin. Wer Visionen erwartet, dafür ist sie die Falsche. Merkel ist Pragmatikerin. War sie schon immer. Wird sie auch blieben. Auch wenn sie es noch einmal schafft 2017. Sicher ist das nicht. Es sind eben unsichere Zeiten.

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