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CDU Berlin: René Stadtkewitz:Erster Wilders-Auftritt in Deutschland

Der geplante Auftritt am 2. Oktober wäre der erste offizielle Termin des Rechtspopulisten in Deutschland. Und auftreten wird er, das hat Stadtkewitz bereits unmissverständlich klargestellt. "Ich werde Wilders nicht wieder ausladen. Das widerspricht meinen politischen Grundüberzeugungen", sagt der 45-Jährige, der auch der islamkritischen Vereinigung Pax Europa angehört.

Geert Wilders

Er könnte am 2. Oktober das erste Mal in Deutschland auftreten: Geert Wilders.

(Foto: ap)

Damit dürfte Stadtkewitz kaum eine Zukunft haben in der CDU-Fraktion, in der er sich immer als Kämpfer für christliche Werte betrachtet hat. Der gelernte Kaufmann sitzt seit 2001 für den Wahlkreis Pankow im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Streit um den Bau der Moschee in Berlin-Heinersdorf gab er 2006 der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit ein Interview, in dem er unter anderem kritisierte, dass sich die Volksvertreter "zu weit vom Volk" entfernt hätten.

"Mehr Respekt vor den niederländischen Wählern"

Nun heizt er den Streit mit dem CDU-Fraktionsvorsitzendem Henkel noch an. Er erwarte von ihm "ein bisschen mehr Respekt" für die niederländischen Wähler, die im Juni für Wilders gestimmt hätten.

Politik und Gesellschaft duldeten Parallelgesellschaften, in denen vor allem den Kindern fragwürdige Werte beigebracht würden, beklagt Stadtkewitz. "Ich möchte in keiner Gesellschaft leben, in der die Frau unterdrückt wird, Zwangsheiraten normal sind und der Kampf gegen die Andersgläubigen mit der Berufung auf den Koran gerechtfertigt wird."

Es gibt Gerüchte, wonach Stadtkewitz einen eigenen Ableger der Wilders-Partei gründen möchte. "Das ist doch schon zeitlich gar nicht mehr möglich", sagt er jedoch der taz. Spekulationen, wonach er sich der rechten Bewegung "Pro Deutschland" anschließen möchte, weist er zurück.

Stattdessen wolle er mit der Einladung Wilders eine Debatte anstoßen, zitiert ihn die Berliner Morgenpost. Gegen den Islam als Weg zu Gott sei nichts einzuwenden. Aber wenn Männer ihre Frauen zwängen, sich zu verschleiern, höre sein Verständnis auf.

Am liebsten wäre Stadtkewitz eine Art Aufklärung im Islam, eine Reformation: "Aber das müssen die Muslime dann doch selber machen - ich bin ja kein Martin Luther des Islam."

© sueddeutsche.de/mcs

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