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USA:Erneut Schwarzer bei umstrittenem Polizeieinsatz getötet

Casey Goodson sei von einem Zahnarzttermin zurückgekehrt und habe Sandwiches für sich und seine Familie bei sich gehabt, schreiben die Anwälte der Familie.

(Foto: AP/AP)

Casey Goodson wurde Anwälten der Familie zufolge erschossen, als er gerade seine eigene Haustür aufschloss. Für seine Waffe habe er eine Lizenz besessen.

In den USA ist erneut ein Afroamerikaner bei einem umstrittenen Polizeieinsatz getötet worden. Die Polizei in Columbus teilte mit, ein Polizist habe bei der Fahndung nach Verdächtigen einen 23-jährigen Afroamerikaner namens Casey Goodson erschossen. Dieser sei aber nicht die gesuchte Person gewesen. Der beteiligte Polizist gehörte zu einer Einheit, die nach Gewalttätern sucht. Er sei seit 17 Jahren im Dienst, berichtet CNN.

Das US-Justizministerium teilte mit, die Bundespolizei FBI werde die örtliche Polizei in Columbus im Bundesstaat Ohio bei den Ermittlungen zu dem Vorfall vom vergangenen Freitag unterstützen.

Die Anwälte der Familie des Verstorbenen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Die Anwälte teilten mit, Casey Goodson sei von dem Polizisten erschossen worden, als er gerade seine eigene Haustür aufgeschlossen habe. Goodson sei von einem Zahnarzttermin zurückgekehrt und habe Sandwiches für sich und seine Familie bei sich gehabt. Diese hätten später in seiner Blutlache auf dem Boden gelegen.

Großmutter und Kleinkinder wurden Zeugen

Er habe zwar eine Waffe getragen, dafür aber eine Lizenz gehabt. Goodson sei weder vorbestraft gewesen, noch sei gegen ihn ermittelt worden. Seine 72-jährige Großmutter und zwei Kleinkinder seien Zeugen des Vorfalls geworden.

In den USA ist es in diesem Jahr immer wieder zu heftigen Protesten wegen unrechtmäßiger Polizeigewalt gegen Schwarze gekommen. Prominentestes Opfer war der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota getötet worden war. Unter dem Motto "Black Lives Matter" kam es danach in den USA monatelang zu Massendemonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus, die teils von Ausschreitungen überschattet wurden.

© SZ/dpa/saul
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