TeillegalisierungDeutschland laut Bericht größter europäischer Markt für Cannabis

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Der Bericht zur Cannabislegalisierung kommt zu einem gemischten Fazit.
Der Bericht zur Cannabislegalisierung kommt zu einem gemischten Fazit. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Vor zwei Jahren wurde der Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis unter bestimmten Bedingungen in Deutschland erlaubt. Der Konsum steige zwar seit Jahren, aber dieser Trend sei auch nach der Teillegalisierung gleich geblieben.

Von Pauline Claßen

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2025 sind 200 Tonnen medizinisches Cannabis legal-kommerziell eingeführt worden. Das hat eine Forschungsgruppe der Universitäten Düsseldorf, Hamburg und Tübingen in einem weiteren Zwischenbericht zur Teillegalisierung von Cannabis festgestellt. Seit auf den Tag genau zwei Jahren sind Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis in Deutschland unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Ziel der Teillegalisierung soll sein, den Schwarzmarkt zurückzudrängen und die Qualität für Konsumentinnen und Konsumenten zu verbessern.

Jakob Manthey von der Universität Hamburg ist Koordinator des Projektes. Er berichtet, dass der Gesetzgeber in Deutschland „den größten prinzipiell legal-kommerziellen Markt“ für medizinisches Cannabis in Europa geschaffen habe. In keinem anderen europäischen Land gebe es einen legalen Cannabismarkt in dieser Größenordnung.

Im „ZDF-Morgenmagazin“ sagte Manthey: „Zunächst möchten wir ganz klar festhalten, dass wir bislang keine wirklichen Auswirkungen der Teillegalisierung auf den Konsum gesehen haben.“ Der Konsum steige zwar seit Jahren, aber dieser Trend sei auch nach der Teillegalisierung erst einmal gleich geblieben. Außerdem gebe es Anzeichen, dass der Schwarzmarkt „langsam durch legale Angebote verdrängt wird“, so Manthey zur Deutschen Presse-Agentur.

Anbauvereinigungen spielen bislang kaum eine Rolle

Immer mehr Menschen bauten Cannabis selbst zu Hause an oder bezögen es aus Apotheken. Die meisten Menschen erhielten Cannabis aber aus ihrem sozialen Umfeld, also von Freunden und Bekannten. Nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen, die seit April 2024 nach einer Genehmigung erlaubt sind, spielten beim Bezug noch eine untergeordnete Rolle.

Erkenntnisse, wie sich die Organisierte Kriminalität im Hinblick auf die Teillegalisierung entwickelt hat, gibt es noch nicht. Eine Befragung von mehr als 2000 Personen aus den Reihen der Kriminalpolizei ergab zugleich, dass es schwieriger geworden sei, Akteure auf dem illegalen Schwarzmarkt zur Rechenschaft zu ziehen. Vor allem die Strafverfolgungsbehörden beklagten, dass die Kriminalität mit Bezug zu Cannabis schwerer bekämpft werden könne, berichtet Kriminologe Jörg Kinzig von der Uni Tübingen.

Fehlentwicklungen und Korrekturbedarf sieht der Zwischenbericht im Hinblick auf hochpotente Produkte, die inzwischen auf dem Markt erhältlich sind. Für therapeutische Zwecke würde zu oft Medizinalcannabis mit zu hohem THC-Gehalt verschrieben werden. Solch hochpotente Produkte bergen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Die Bundesregierung sieht die Teillegalisierung als falsch an. Das sei ein Fehler gewesen, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Mittwoch in Berlin. Die verschwommene Grenze zwischen Konsumcannabis und Cannabis zu rein medizinischen Zwecken sei ein zunehmendes Problem. Im Internet herrsche ein Wildwuchs an kaum regulierten Angeboten zum Kauf von Cannabis mit extrem hohem THC-Gehalt. Gezielt würden dabei junge Menschen angesprochen. Systematisch werde gegen geltende Werbeverbote verstoßen.

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Kommentar von Jerrit Schloßer

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