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Bundeswehreinsatz:Wie Deutschland den Franzosen in Afrika hilft

Frankreich erbittet für seine Soldaten in Afrika (hier ein Fremdenlegionär mit einem malinesischen Soldaten) europäische Solidarität.

(Foto: AFP)

Anfangs waren die französischen Soldaten allein in Mali, nun wird die Hilfe aus Deutschland deutlich ausgeweitet. Hinter der Entsendung von Bundeswehr-Soldaten der binationalen Brigade steckt vor allem ein politisches Signal.

Es klingt erst einmal nicht weiter bemerkenswert, was der Befehlshaber da sagt - eher wie eine allgemeine Einschätzung der strategischen Lage. Doch Generalleutnant Hans-Werner Fritz dürfte am Donnerstagabend im Potsdamer Nikolaisaal schon sehr genau wissen, was die allermeisten Zuhörer erst in den nächsten Tagen erfahren sollen. Er glaube, sagt der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, "dass uns Afrika, insbesondere sein Norden und seine Mitte, in den nächsten Jahren beschäftigen wird".

In den nächsten Jahren? Er hätte auch sagen können: schon in den nächsten Tagen.

Die Bundeswehr an den Standorten Potsdam und Schwielowsee hat am Donnerstagabend zum Jahresempfang geladen. Fritz hält eine Rede - und er widmet sich darin auffallend ausführlich dem afrikanischen Kontinent. Er schildert die verschiedenen Missionen, in denen die Bundeswehr bereits engagiert ist. Zum Thema Mali sagt er: Die Situation könne noch nicht als stabil gelten, "bei Weitem nicht". Es gehe nun darum, "das bisher Erreichte zu festigen" - und dazu werde die Bundeswehr "weiter ihren Beitrag leisten".

Militärischer Ringtausch

Was das heißt, wird nun klar: Die Bundeswehr wird ihr Engagement in Mali deutlich ausweiten, und es wird dabei auch nicht nur um Ausbildung gehen, sondern offenbar auch um Schutz und Absicherung. Es steht also wohl der nächste größere deutsche Militäreinsatz bevor. Zwar ist die Truppe bereits in Mali vertreten, aber das Kontingent wird deutlich ausgeweitet.

Für diese Entscheidung gibt es vor allem politische Gründe, und zwar in Europa. Frankreich hat sich neben Mali auch einen Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik aufgeladen - das wird alles ein bisschen zu viel. Jetzt erbittet Paris europäische Solidarität. Weil die Deutschen nach Zentralafrika keine Bodentruppen entsenden wollen, kommt der Ringtausch zustande: Die deutsch-französische Brigade entlastet in Mali, Frankreich kann sich auf Zentralafrika konzentrieren und bekommt dort auch Unterstützung beim Lufttransport.