Die Bundeswehr rechnet mit einer steigenden Anzahl an Reservisten, die zuvor nicht als Soldaten gedient haben. „Wir haben 200 000 Reservisten zu stellen, das ist die politische Vorgabe“, sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Florian Kracht, am Rande einer Truppenübung in Baumholder in Rheinland-Pfalz (Kreis Birkenfeld). „Die Ausbildung Ungedienter ist ein Beitrag dazu.“ Normalerweise sind Reservisten nicht mehr aktive Soldaten, die zuvor ausgeschieden sind. Bei den sogenannten Ungedienten handele es sich um „interessierte Bürgerinnen und Bürger, die nicht mehr für die aktive Laufbahn zur Verfügung stehen, aber die Interesse daran haben, einen Beitrag zu leisten zur Landes- und Bündnisverteidigung und sich für die Bundeswehr einzusetzen“, sagte Kracht. Diese Ausbildung außerhalb des Wehrdienstes gibt es nach Angaben der Bundeswehr seit 2018. Seither haben sich demnach rund 1300 Männer und Frauen ausbilden lassen. Die Motivation falle unterschiedlich aus: Teils geht es dem Oberst zufolge daran, für die Verteidigung des Landes einzustehen, ihre Heimat und ihre Angehörigen zu schützen oder andere persönliche Gründe. „Im Moment sind wir bei 6000 Interessierten, die initiativ auf uns zukommen und sagen, ich möchte hier gern meinen Beitrag leisten“, sagte Kracht.