Bundeswehr:Sorge um Helfer in Afghanistan

Vizekanzler Scholz will Ortskräfte schneller nach Deutschland holen.

Angesichts des Vormarschs der Taliban am Hindukusch will die Bundesregierung nach Angaben von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) afghanische Bundeswehr-Helfer schneller nach Deutschland holen. "Wir diskutieren, ob es Möglichkeiten gibt, den Transport zu beschleunigen, um die Betroffenen schneller auszufliegen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Das kann Deutschland aber nicht alleine entscheiden, da geht es um eine enge Abstimmung mit der afghanischen Regierung." Zur Debatte über einen generellen Abschiebestopp nach Afghanistan erklärte der Kanzlerkandidat: "Generell bleibt es unser Wunsch, diejenigen abzuschieben, die schwere Straftaten begangen haben. Solche Täter dürfen nicht damit rechnen, dass sie bei uns bleiben können." Menschenrechtsgruppen hatten einen Stopp aller Abschiebungen nach Afghanistan gefordert. 26 Organisationen, darunter Pro Asyl, "Brot für die Welt", Caritas und Diakonie, verlangten am Dienstag in einem gemeinsamen Aufruf von der Bundesregierung, geltendes Recht zu achten und Abschiebungen mit dem Ziel Kabul auszusetzen. "Deutschland darf die Augen vor der sich immer weiter verschlechternden Lage in Afghanistan nicht verschließen und muss alle Abschiebungen einstellen", heißt es in dem Appell.

© SZ vom 11.08.2021 / epd
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