Westafrika:Mali verweigert Bundeswehr-Maschine den Überflug

Lesezeit: 1 min

Westafrika: Ein Airbus "A400M" der Bundeswehr über Wunstorf, Niedersachsen (Archivbild).

Ein Airbus "A400M" der Bundeswehr über Wunstorf, Niedersachsen (Archivbild).

(Foto: AXEL HEIMKEN/AFP)

Die Militärjunta behindert seit einer Woche den Flugverkehr der UN-Mission Minusma. Das Überflugverbot hat bereits gravierende Auswirkungen auf den Einsatz der deutschen Soldaten.

Von Mike Szymanski, Berlin

Die Bundeswehr sieht sich beim Einsatz in Mali mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Militärjunta im westafrikanischen Krisenstaat hat einer deutschen Militärmaschine am Mittwoch den Überflug verweigert. Wie aus Kreisen des Verteidigungsministeriums verlautete, hat es einen solchen Fall bisher noch nicht gegeben.

Die Militärjunta behindert im Streit um Sanktionen der Nachbarländer bereits seit knapp einer Woche den Flugverkehr der UN-Mission Minusma. Aus Regierungskreisen hieß es, deutsche Militärflüge sollten davon eigentlich ausgenommen sein. An Bord der Maschine waren 75 deutsche Soldaten, die für die Ablösung vorgesehen waren. Die Bundeswehr ist in Mali an Minusma und der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt und hat insgesamt mehr als 1300 Soldaten im Land.

Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes fraglich

Das Bundeswehrflugzeug war im niedersächsischen Wunstorf gestartet und hatte Kurs auf den Lufttransportstützpunkt Niamey in Niger genommen. Die Bundeswehr unterhält dort ein logistisches Drehkreuz für den Einsatz in der Sahelregion. Nach dem Überflugverbot sollte die Maschine am Abend nach Gran Canaria ausweichen.

Das Verbot hat bereits gravierende Auswirkungen auf den Einsatz der deutschen Soldaten, denn es betrifft auch Flüge deutscher Aufklärungsdrohnen. In einer ersten Reaktion hatte das Verteidigungsministerium veranlasst, dass deutsche Kräfte aus Sicherheitsgründen nicht auf größere Patrouillenfahrten gehen dürfen.

Die jüngste Entscheidung der malischen Regierung, den Flug zu untersagen, dürfte auch Auswirkungen auf die Diskussion über eine Verlängerung des Mali-Einsatzes der Bundeswehr haben. Sie reiht sich ein in diverse Entscheidungen der malischen Regierung, die auf heftige Kritik der internationalen Verbündeten in dem Land stoßen. Die malische Regierung setzt auf russische Söldner im Kampf gegen den Terror, außerdem sollen angekündigte Wahlen auf Jahre hinausgezögert werden. Eine Fortsetzung des deutschen Einsatzes gilt unter diesen Bedingungen mittlerweile als unwahrscheinlich.

Mit Material der dpa.

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