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Nach schwerem Fehlverhalten:Bundeswehr zieht Panzergrenadierzug aus Litauen ab

Bundeswehr verlädt Panzer für den Transport nach Litauen

Diese Schützenpanzer des Typs Marder brachte die Bundeswehr im Jahr 2017 nach Litauen.

(Foto: Armin Weigel/picture alliance)

Im Zuge der Ermittlungen wegen rechtsradikaler Lieder und eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs kommen mehr Unregelmäßigkeiten ans Licht. So ist eine ganze Menge Munition nicht auffindbar.

Die Bundeswehr zieht nach schwerem Fehlverhalten von eigenen Soldaten der Nato-Mission in Litauen einen ganzen Panzergrenadierzug nach Deutschland ab. Bei den Hauptbeschuldigten werde zudem eine fristlose Entlassung nach dem Soldatengesetz geprüft, teilte das Verteidigungsministerium mit. In die Ermittlungen sei auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) eingebunden. Im Zuge der Untersuchung gebe es auch Verdachtsmomente zu weiteren Unregelmäßigkeiten, darunter ein Fehlbestand an Munition in dreistelliger Höhe.

Ermittlungen hätten bereits einen Anfangsverdacht auf Straftaten wie sexuelle Nötigung, Beleidigung - womöglich mit rassistischem Hintergrund - und Nötigung sowie auf extremistische Verhaltensweisen ergeben. Bei einer Party Ende April in einem Hotel sollen demnach rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen worden sein. Von einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff gebe es auch Film-Aufnahmen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte erklärt, auch diejenigen würden zur Rechenschaft gezogen, die möglicherweise etwas von den Vorfällen wussten, Informationen aber nicht weitergaben. "Was genau passiert ist, im Zuge einer Feier, wird im Moment gerade noch aufgeklärt", sagte die CDU-Politikerin. "Aber eins ist auf jeden Fall schon dazu zu sagen: Was immer passiert ist, ist in keiner Weise akzeptabel. Es wird mit aller Härte verfolgt und bestraft werden."

"Für das gemeldete Fehlverhalten gibt es keine Entschuldigung", sagte auch der FDP-Verteidigungspolitiker Alexander Müller. "Die Schilderungen müssen disziplinarisch untersucht und entsprechend geahndet werden." Das Fehlverhalten einzelner Soldaten dürfe aber nicht das Ansehen aller anderen Kameraden beschmutzen. Müller kritisierte, die Parlamentarier seien erneut zu spät unterrichtet worden.

© SZ/dpa/jael/jbee
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