Bundeswehr:Gefährliches Mali

Manches an dem Einsatz in Afrika erinnert an Afghanistan.

Von Christoph Hickmann

Seit 2013 bildet die Bundeswehr in Mali Soldaten aus. Seit Anfang des Jahres ist sie außerdem im gefährlichen Norden des Landes stationiert, um die Vereinten Nationen bei der Überwachung eines Friedensabkommens zu unterstützen. Und nun sollen die Deutschen auch noch Sanitätshubschrauber stellen, um im Ernstfall Verwundete zu transportieren - sowie Kampfhubschrauber, um diese Transporte zu schützen. Erinnert das nicht an einen anderen Einsatz?

Ja, das erinnert, zumindest vom Grundmuster her, an das deutsche Engagement in Afghanistan. Schon richtig, von der Dimension her sind die beiden Missionen nicht vergleichbar, auch nicht von der (derzeitigen) Bedrohungslage. Aber war es nicht auch in Afghanistan so, dass die Bundeswehr erst Brunnen bohrte und sich am Ende heftige Gefechte mit Aufständischen lieferte - also plötzlich in einem Einsatz steckte, den so zumindest anfangs niemand gewollt hatte?

Deswegen ist es richtig, dass die Bundesregierung sich auf die abermalige Ausweitung des Mali-Einsatzes offenbar nur unter einer Bedingung einlassen will: dass die deutschen Hubschrauber beizeiten auch wieder abgelöst werden und dann andere Nationen mit ihren Helikoptern einspringen. Angesichts der Sicherheitslage spricht jedenfalls einiges dafür, dass dieser Einsatz noch recht lange dauern könnte. Und die aktuelle Ausweitung womöglich nicht die letzte sein wird.

© SZ vom 26.10.2016
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