Bundeswehr:"Die Reserve ist seit Jahren wichtiger geworden"

Das sind jene Männer und Frauen, die ihre aktive Dienstzeit schon hinter sich haben, zivile Jobs haben und doch regelmäßig wieder einrücken. Weil die Bundeswehr sie braucht, dies gilt in diesen Tagen ganz besonders. Nach Angaben des Reservistenverbandes vom Dienstag hätten sich bereits mehr als 1000 Reservisten gemeldet, von denen etwa 700 im Sanitätsdienst einsetzbar seien. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Männer und Frauen, die etwa in ihrem zivilen Leben als Ärzte arbeiteten, sondern um zusätzliches Personal.

So meldete sich beispielsweise eine Lehrerin, die aufgrund des Unterrichtsausfalls derzeit freigestellt ist und vor ihrem Lehramtsstudium als Krankenschwester im Sanitätsdienst der Bundeswehr tätig war. Oder es geht um Reservisten, die Pfleger und Ärzte von solchen Aufgaben entlasten, die nicht direkt mit Patienten zu tun haben.

Für den Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (CDU), Präsident des Verbandes der Reservisten, steht fest: "Die Reserve ist seit Jahren wichtiger geworden." Er freut sich, dass sich in diesen Tagen so viele meldeten, um in den Krankenhäusern der Bundeswehr oder in den Laboren der Truppe auszuhelfen. Er weiß aber auch, dass dieser Beitrag am Ende ein überschaubarer bleiben wird.

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Wenn es für die Reserve eine Lehre aus der Corona-Krise geben, dann wohl auch diese: "Auch in der Reserve brauchen wir mehr Personal mit pflegerischer und medizinischer Ausbildung." Hier müsse in den Planungen ein neuer Schwerpunkt entstehen. Der Reservistenverband hatte zu diesem Thema eine Frühjahrstagung geplant, aber diese musste wegen der Krise auch abgesagt werden.

Die Bundeswehr hat erkannt, wie wichtig Reservisten für sie sind. Mit der Zahl der Aktiven wächst auch die Zahl der Dienstposten für Reservisten: Gab es 2018 noch 3800 Stellen, so waren es 2019 bereits 4500. Reservisten können mittlerweile auch in Teilzeit aushelfen. Neu ist auch: Jeder Soldat, der bei der Bundeswehr gedient hat, egal ob als freiwillig Wehrdienstleistender, als Soldat auf Zeit oder als Berufssoldat, wird noch sechs Jahre "grundbeordert" sein. Das macht es einfacher, sie oder ihn in Zukunft zum Reservistendienst heranzuziehen.

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