Die Stadt Karlsruhe ist nicht mit Attraktionen von bundesweiter Strahlkraft gesegnet. Sie hat ein gediegenes Schloss zu bieten, ein Medienmuseum, das sich international gibt, einen fächerartigen Straßengrundriss. Deshalb war die Aufregung beim damaligen Oberbürgermeister groß, der seine Stadt unablässig als „Residenz des Rechts“ pries, als gegen Ende des Jahres 2000 die Nachricht die Runde machte, das Bundesverfassungsgericht könnte wegziehen. Zu Nikolaus folgte die Entwarnung: Das Gericht hatte sich mit zehn zu fünf Stimmen gegen einen Umzug in die neue Bundeshauptstadt entschieden – und für einen Verbleib in der Stadt, in der es seit 1951 Recht gesprochen hat.
Streitfall Frauke Brosius-GersdorfMan nennt es Pluralismus
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Mit der roten Robe nimmt man eine andere Rolle an – ob als Politikerin oder als Rechtswissenschaftler. Vielfalt der Positionen ist dabei erwünscht.
ImagoDie Wahl von Verfassungsrichtern war schon öfter ein heikler Moment: Die Politik entscheidet, muss aber Distanz zum Gericht wahren. Über die Bedingungen der Karlsruher Unabhängigkeit.
Von Wolfgang Janisch, Karlsruhe
