Bundesminister haben Status. Fahrer bringen einen überallhin, Mitarbeiter tragen einem die Tasche. Einmal im Jahr ändern sich die Machtverhältnisse allerdings. Die Minister müssen im Haushaltsausschuss des Bundestags vorsprechen, um ihre Ausgaben genehmigt zu bekommen. An diesem Donnerstag ist es wieder so weit, die Sitzung wird bis spät in die Nacht gehen. Vor dem Ausschusssaal stehen schwarze Sessel, in denen man tief sitzt, während man wartet. Zu spät zu kommen, ist bei diesem Termin keine Option. Minister unten, Abgeordnete oben – das sind die Kräfteverhältnisse, wenn in der sogenannten Bereinigungssitzung der Haushalt 2026 poliert wird.
BundestagGönner unter sich
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Die Arbeit der Parlamentarier im mächtigen Haushaltsausschuss gilt als besonders anstrengend. Doch ihre Schufterei zahlt sich aus – für ihre Heimat-Wahlkreise.
Von Bastian Brinkmann, Berlin

Staatsfinanzen:"Du kannst den Ministerien buchstäblich die Bleistifte wegnehmen"
Wofür in diesem Land Geld ausgegeben wird, beschließen nicht Finanzminister und Kanzler, sondern 45 Abgeordnete. In der entscheidenden Nacht gibt es im Haushaltsausschuss Bier und Buletten. Aber die Profis kommen nüchtern. Und vor allem: pünktlich.
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