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Bundestag:Abgeordnete debattieren über Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie

Die Branche ist während der Corona-Pandemie stark in die Kritik geraten. Verfolgen Sie die Bundestagsdebatte im Livestream.

In letzter Zeit ist die Fleischindustrie zunehmend in die Kritik geraten - nicht nur wegen der Missachtung des Tierwohls in der Massentierhaltung, sondern auch wegen der Arbeitsbedingungen in der Branche. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im westfälischen Kreis Gütersloh hatten sich im Juni weit mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Am Donnerstag diskutiert erneut der Bundestag über das Thema. Beraten wird über einen Antrag der Linken, der bessere Arbeitsbedingungen und einen besseren Gesundheitsschutz in der Fleischindustrie fordert, und einen Antrag der Grünen. Die Fraktion dringt darauf, "den Gesundheitsschutz jetzt in der Corona-Pandemie für die Beschäftigten in der Fleischbranche und für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft unverzüglich sicherzustellen". Dazu sollen die örtlichen Gesundheitsämter vor der Einreise von Arbeitern aus dem Ausland die Hygienepläne der Arbeitgeber überprüfen und den Gesundheitscheck an den Flughäfen durchführen. Die Linke erklärt in ihrem Antrag: "Extrem lange Arbeitszeiten, Akkordarbeit auf engstem Raum, fehlende Pausen sowie unhygienische Sammelunterkünfte zu überhöhten Mieten sind auch sonst unerträglich. In Pandemiezeiten jedoch stellen diese Bedingungen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und begünstigen die Ausbreitung des Coronavirus."

© SZ.de/jsa
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