Newsblog zur BundespolitikBundestag beschließt Frühstartrente

Eltern müssen, um die Zahlungen für ihr Kind zu behalten, bei einem Anbieter ihrer Wahl einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag abschließen.
Eltern müssen, um die Zahlungen für ihr Kind zu behalten, bei einem Anbieter ihrer Wahl einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag abschließen.
IMAGO/MASKOT

Die Frühstartrente soll ein Baustein zur Alterssicherung sein. Dabei zahlt der Staat zehn Euro monatlich für Kinder ab sechs Jahren. Das Geld soll dann am Kapitalmarkt angelegt werden.

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Wichtige Updates
Bundestag beschließt Frühstartrente
Teure Zigaretten: Bundestag stimmt für höhere Tabaksteuer
Bericht: Bundesregierung vor KI-Partnerschaft mit Nvidia
Erfolg für die Linke in Karlsruhe: Ministerin Reiche muss Instagram-Video löschen 
Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung

Bundestag beschließt Frühstartrente

Der Bundestag hat die Einführung einer Frühstartrente beschlossen. Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren bekommen künftig pro Monat zehn Euro vom Staat – als Startkapital für die private Altersvorsorge. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

Finanzpolitiker der schwarz-roten Koalition sprachen von einer historischen Entscheidung. Der SPD-Finanzpolitiker Michael Thews sagte, die Frühstartrente werde lange wirken. „Das wird vielen helfen, eine vernünftige Altersvorsorge aufzubauen.“ Fritz Güntzler, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte: „Diese Koalition funktioniert, und wir lassen uns nichts anderes einreden. Wir liefern, das zeigen wir auch heute.“ Bei der Frühstartrente gehe es auch darum, jungen Menschen die Chancen des Kapitalmarktes aufzuzeigen.

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte auf der Plattform X: „Die Zukunft gehört der jungen Generation. Deshalb geben wir Kindern ab 1. Januar ein Startkapital für die private Altersvorsorge.“ Der CDU-Chef verteidigte zugleich die Anbindung an den Kapitalmarkt. „Wir nutzen die positiven Effekte des Kapitalmarkts – für ein langfristig sicheres Rentensystem“, schrieb Merz.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einer guten Nachricht für Familien und Kinder in Deutschland. „Wir unterstützen Eltern dabei, schon früh für ihre Kinder vorzusorgen.“ Zudem werde die finanzielle Bildung gestärkt: „Alle Kinder lernen künftig schon viel früher etwas darüber, wie sie für ihre eigene Zukunft sparen können.“

Kritik am Gesetz kam aus der Opposition. So sprach der Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt von einem Zweiklassensystem. Hintergrund ist die Möglichkeit, dass Eltern oder Großeltern die Frühstartrente durch freiwillige Zahlungen aufstocken können. Erlaubt sind Einzahlungen bis zu 6840 Euro im Jahr. Schmidt sagte, wer in der „Elternlotterie“ Glück habe, könne aus der Frühstartrente sehr viel mehr machen als eine kleine Starthilfe für die Altersvorsorge. Auch die Linken-Abgeordnete Sarah Vollath kritisierte, das Gesetz sorge nicht für Chancengleichheit. 
Carim Soliman
Carim Soliman

Wadephul droht Iran wegen Anschlagsplänen: „Wir werden reagieren“ 

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat vor hybriden Angriffen Irans in Europa gewarnt und der Führung in Teheran mit Konsequenzen gedroht. „Europa ist im Fadenkreuz Irans“, sagte Wadephul bei einer Pressekonferenz mit dem portugiesischen Außenminister Paulo Rangel am Freitag in Berlin. Der Minister begrüßte zugleich ein Urteil des Hamburger Oberlandesgerichts, das am Donnerstag zwei Männer mit Verbindungen zum Iran wegen versuchter Mordanschläge auf Juden in Deutschland zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. Dabei kündigte Wadephul eine Reaktion der Bundesregierung an. 

„Wir nehmen die feindseligen Aktivitäten Irans nicht hin, die sich gegen Jüdinnen und Juden hier in Deutschland und unsere offene Gesellschaft insgesamt richten“, sagte Wadephul. „Es ist gut, dass die versuchten Attentate gegen Josef Schuster und Volker Beck und die Rolle Irans hinter diesem staatlich gelenkten Terror so klar benannt wurden.“ Schuster ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Beck Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. „Auch hier werden wir reagieren“, fügte Wadephul hinzu. 

Das Hamburger Gericht kam zu der Überzeugung, dass einer der Verurteilten vom iranischen Geheimdienst gesteuert wurde. Der dänische Staatsbürger Ali S. wurde wegen der Vorbereitung eines Attentats und schwerer Brandstiftung zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Richter seien davon überzeugt, dass der Angeklagte vom iranischen Geheimdienst rekrutiert und in dessen Strukturen eingebunden worden sei, um unter der Leitung Irans staatlich gesteuerte Terroranschläge in Deutschland zu verüben. Der zweite Angeklagte, ein afghanischer Staatsbürger, erhielt wegen seiner Beteiligung an den Anschlagsplänen eine Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Teure Zigaretten: Bundestag stimmt für höhere Tabaksteuer

Zigaretten dürften in den kommenden Jahren in Deutschland deutlich teurer werden. Der Bundestag stimmte mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen aus Union und SPD für eine Gesetzesnovelle, mit der die Tabaksteuer in den kommenden Jahren schrittweise angehoben wird. Da diese Steuererhebung an die Kunden weitergereicht wird, steigt der Preis voraussichtlich von derzeit gut acht Euro pro 20er-Zigarettenpackung auf knapp 12 Euro im Jahr 2030. Auch Feinschnitt – also Zigaretten zum Selbstdrehen – wird deutlich teurer als derzeit.

Der Bund hofft auf zusätzliche Steuereinnahmen von rund 12 Milliarden Euro binnen vier Jahren. Daran hat die Tabakbranche aber Zweifel – sie befürchtet, dass Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen und legale Händler Einbußen erleiden. In Deutschland greifen Millionen Menschen zur Tabakzigarette. Der Mikrozensus 2025 kam auf einen Raucheranteil von 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren.

Die Bundesregierung hat die Gesetzesnovelle mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz begründet. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum starben im Jahr 2023 rund 131 000 Menschen in Deutschland an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen. Gesundheitsexperten halten höhere Preise für eine effektive Maßnahme, um Raucher zum Rauchstopp zu bewegen.

Das Gesetzgebungsverfahren zur Tabaksteuer endet am Freitag im Bundesrat. Die Länderkammer hat die Möglichkeit zum Einspruch gegen die Gesetzesnovelle, dies deutet sich bisher aber nicht an. Daher wird damit gerechnet, dass der Bundesrat das Vorhaben billigt und die Steueranhebung damit beschlossene Sache ist.

Bericht: Bundesregierung vor KI-Partnerschaft mit Nvidia

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge eine Partnerschaft mit dem US-Chipkonzern Nvidia schließen, um der künstlichen Intelligenz (KI) in der Industrie zum Durchbruch zu verhelfen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang planten, die Kooperation am Montag auf dem Investitionsgipfel „Invest in Germany“ in Berlin zu verkünden, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Regierungs- und Branchenkreise. Der Bund sei bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt zu investieren.

Mit der Initiative solle das Fundament für den Einsatz von sogenannter physischer KI gelegt werden, die beispielsweise für das Training von Robotern und autonomen Fahrzeugen benötigt werde, hieß es in dem Bericht weiter. Die staatliche Anschubfinanzierung solle unter anderem dazu dienen, Rechenkapazitäten auf einer KI-Cloud der Deutschen Telekom zu mieten. Nvidia wolle sich mit der Entsendung von Ingenieuren und der Lieferung von Chips an dem Vorhaben beteiligen. An dem Projekt werden sich dem Handelsblatt zufolge etwa ein Dutzend deutsche Unternehmen beteiligen, darunter Siemens, die Volkswagen-Tochter Audi und die KI-Firma Black Forest Labs.

Erfolg für die Linke in Karlsruhe: Ministerin Reiche muss Instagram-Video löschen 

Im Streit um ein Instagram-Video von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat die Linke am Bundesverfassungsgericht einen Erfolg erzielt. Die Ministerin muss das auf der Seite ihres Ministeriums veröffentlichte Video zunächst entfernen, entschied das höchste deutsche Gericht Karlsruhe und gab damit einem Eilantrag der Linken statt. Es geht um ein Video auf dem Instagram-Account des Ministeriums mit Ausschnitten einer Rede vom 23. September, wenige Tage nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin. Reiche warnt in dem Beitrag, es sei gefährlich für die Hauptstadt und den Investitionsstandort Deutschland, dass eine Partei über Enteignung spreche und dies in ihr Programm schreibe sowie „Antisemitismus offen lebt, die den Juden in dieser Stadt Angst macht“.

Die Linke hatte die Ministerin per Anwalt aufgefordert, das Video bis zum 29. September zu entfernen. Das geschah nicht. Die Partei wandte sich daraufhin mit einer Organklage und einem Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht. Der Eilantrag hatte nun Erfolg. Reiche muss das Video bis zu einer Entscheidung über die Organklage, längstens aber für die Dauer von sechs Monaten löschen, entschied der Zweite Senat in Karlsruhe. 

Erginge diese Anordnung nicht, aber hätte die Organklage später Erfolg, drohe der Linken durch die fortwährende Verbreitung womöglich ein „schwerer irreparabler Nachteil mit Blick auf ihr Recht auf gleichberechtigte Teilnahme am politischen Wettbewerb“, begründeten die Richterinnen und Richter ihre Entscheidung. Sollte die Organklage hingegen später keinen Erfolg haben, sei Reiche an einer Wiederholung der Äußerungen nicht gehindert. In dem Antrag der Linken hieß es, Reiche habe das Neutralitätsgebot für Staatsorgane missachtet und die Linke in ihrem Recht auf gleichberechtigte Teilnahme am politischen Wettbewerb verletzt. Als Wirtschaftsministerin habe sie sich rechtswidrig „einseitig und parteipolitisch“ geäußert.

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke deutlich stärkste Kraft geworden. Die Partei geht mit anwaltlichen Schreiben auch gegen andere Politiker vor, die der Partei über Social Media Antisemitismus und Nähe zu kriminellen Clans vorgeworfen haben. 

Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung

Im medizinischen Notfall sollen Patienten in Deutschland künftig schneller und zielgenauer versorgt werden. Der Bundestag sprach sich mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen für eine lang geplante Reform der Notfallversorgung aus. Zusätzlich wurden Nachbesserungen an der Sparreform der gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet, die auf deutliche Kritik stieß.

Ziel der Notfallreform ist es angesichts überlasteter Rettungsdienste und Notaufnahmen, den vertragsärztlichen Notdienst, die Notaufnahmen und die Rettungsdienste besser aufeinander abzustimmen. Zudem sollen die Patienten zielgenauer gesteuert werden. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betonte, dass die Reform lange überfällig sei. Noch sehe die Realität so aus, dass viele Menschen nicht wüssten, wohin sie sich wenden sollten und beinahe jeder Dritte unnötigerweise in die Notaufnahme gehe.

Zentraler Baustein der Reform ist eine Vernetzung der Notrufnummer 112 und der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117. Anhand eines Ersteinschätzungsverfahrens sollen gesundheitliche Beschwerden bewertet und die Anrufer in die passende Versorgung vermittelt werden. Ruft etwa ein Patient die 112 an und es liegt kein dringlicher Notfall vor, wird sein Fall direkt an die 116 117 weitergegeben. Für Notfälle bleibt die 112 die direkte Rufnummer.

An ausgewählten Kliniken sollen integrierte Notfallzentren - kurz INZ - etabliert werden, die rund um die Uhr geöffnet sind. Sie bestehen aus Notaufnahme, Notdienstpraxis und einer Ersteinschätzungsstelle. In den INZ arbeiten damit Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigungen verbindlich zusammen. Darüber hinaus sind spezielle Notfallzentren für Kinder und Jugendliche geplant.

Neu im Gesetzentwurf ist, dass die Notfallrettung – also die Versorgung vor Ort und der Transport von Notfallpatienten – künftig als Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung eingestuft wird. Damit wird verhindert, dass Versicherte einen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Die Björn-Steiger-Stiftung begrüßte insbesondere diesen Punkt. Nachbesserungsbedarf gebe es aber noch bei der Notrufabfrage, der Qualitätskontrolle und der Zuzahlung, hieß es.

SPD-Parteitag mit Vorsitzwahl Mitte Januar

Nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas will die SPD auf einem Parteitag Mitte Januar ihre Spitze neu wählen. Der Bundesparteitag findet nach SZ-Informationen am 16. und 17. Januar in Bremen statt. Der gesamte Parteivorstand werde neu gewählt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland über den Termin berichtet. In Bremen wird am 30. Mai auch die Bürgerschaft, das Landesparlament, neu gewählt.

Nach Bas' Rücktritt am Montag hatte sich das SPD-Präsidium auf Vorschlag von Parteichef Lars Klingbeil einstimmig für eine Neuwahl der gesamten Spitze ausgesprochen. Klingbeil selbst hält offen, ob er nochmal antritt. Als mögliche Kandidatinnen für die Doppelspitze gelten in der Partei zudem die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland, Manuela Schwesig und Anke Rehlinger. Verteidigungsminister Boris Pistorius, der laut Umfragen beliebteste SPD-Politiker, hat eine Kandidatur ausgeschlossen.

Bundestag hebt Immunität von Abgeordnetem Ahmetović auf 

Im Zusammenhang mit der Ausschreibung des ehemaligen Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover durchsuchen Ermittler das Bundestagsbüro des SPD-Abgeordneten Adis Ahmetović und drei Wohnungen. Betroffen seien zwei Wohnungen in Hannover und eine in Berlin, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover der Deutschen Presse-Agentur. Die Durchsuchungen dauerten am späten Vormittag noch an.

Gegen Ahmetović werde wegen des Tatvorwurfs der Beihilfe zu wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit Verletzung von Geschäftsgeheimnissen ermittelt. Den Zusammenhang mit der Ausschreibung des ehemaligen Geländes des Klinikums Region Hannover (KRH) in Lehrte bestätigte der Sprecher.

Der Bundestag hatte zuvor die Immunität des niedersächsischen Abgeordneten aufgehoben. Genehmigt wurde der Vollzug gerichtlicher Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse. Welche konkreten Handlungen dem 33-Jährigen vorgeworfen werden, erläuterte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Ermittler suchten nach Angaben des Sprechers auch die Geschäftsstelle der SPD in der hannoverschen Odeonstraße auf. Dort sei ihnen mitgeteilt worden, dass Ahmetović an der Adresse kein Büro habe. Eine Durchsuchung habe deshalb dort nicht stattgefunden. Auch das Wahlkreisbüro des 33-Jährigen in Hannover wurde nicht durchsucht.

Ahmetović ist Vorsitzender der SPD in Hannover. Er hatte nach Bekanntwerden der Ermittlungen über seinen Anwalt erklären lassen, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. Die Kanzlei hatte am 8. Oktober mitgeteilt, sie habe der Staatsanwaltschaft umfassende Kooperationsbereitschaft signalisiert, bislang aber keine Akteneinsicht erhalten.

Bezüglich der Ausschreibung des Klinikgeländes waren bereits Ermittlungen gegen den früheren hannoverschen Regionspräsidenten Steffen Krach bekannt geworden. Auch gegen den inzwischen zurückgetretenen niedersächsischen SPD-Landtagsfraktionschef Stefan Politze wird ermittelt. Dessen Anwalt stellte einen Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Krach her. Krach und Politze wiesen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. 

Pistorius verspricht Aufklärung von Vorwürfen gegen Soldaten in Sachsen-Anhalt

Verteidigungsminister Boris Pistorius verspricht Aufklärung zu möglichem Fehlverhalten von Soldaten beim Sanitätsregiment 1 in Weißenfels in Sachsen-Anhalt. „Bislang handelt es sich um Vorwürfe. Wenn die sich bestätigen, wäre das widerwärtig“, sagte der SPD-Politiker am Rande eines Besuchs auf Kreta. „Wir werden alles tun, um jeden Täter dingfest zu machen und seiner gerechten Strafe zuzuführen und gleichzeitig die Betroffenen besser zu schützen.“

Das Bundesverteidigungsministerium hat Ermittlungen wegen möglicher Verstöße bestätigt. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschen (RND) unter Berufung auf den Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, berichtet, geht es dabei um mutmaßlichen Drogenhandel, Bedrohungen und sexuelles Fehlverhalten von Vorgesetzten. Es gebe insgesamt zehn Beschuldigte.

Verstöße kämen in der Bundeswehr leider immer wieder vor, sagte Pistorius. „Ich weiß auch nicht, ob wir das jemals werden abstellen können. Was wir aber tun müssen im Einzelfall, ist, mit der gesamten Palette der Möglichkeiten zu sanktionieren, diejenigen, die die Taten begehen, aber auch diejenigen, die sie unterdrücken, die sie nicht melden, sie nicht verfolgen. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe im Sinne der Kameradschaft in der Truppe, der Zuverlässigkeit und der Sicherheit für alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.“

Merz: Kein Euro für Ukraine-Hilfe fehlt bei Sozialausgaben 

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Vorwurf von Rechts- und Linksaußen zurückgewiesen, dass die Hilfe für die Ukraine zulasten von Sozialausgaben geht. „Kein Euro, der in die Ukraine fließt, fehlt bei den Sozialausgaben und den Bildungsausgaben in unserem Land“, betonte Merz vor dem EU-Gipfel im Bundestag zu anhaltendem Applaus aus seiner Fraktion. Dafür habe man die sogenannte Bereichsausnahme in der Schuldenbremse beschlossen, aus denen etwa Verteidigung und Ukraine-Hilfe finanziert werden. Der AfD und den Linken warf er vor, Deutschland spalten zu wollen. 

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) kommen am Donnerstag zu zweitägigen Beratungen in Brüssel zusammen. Auf der Agenda ganz oben steht dabei der EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034. Die Mittel seien begrenzt, sagte Merz in Berlin: „Wir wollen zugleich die Prioritäten klarer und richtig setzen, denn wir müssen dort investieren, wo sich die Zukunft Europas entscheidet – in unsere Sicherheit und in unsere Wettbewerbsfähigkeit.“ 

Merz zu EU-Handelsschutz: „Sehen nicht länger tatenlos zu“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will ein stärkeres Vorgehen der EU gegen unfaire Handelspraktiken anderer Staaten vorantreiben. Der CDU-Vorsitzende sagte in einer Regierungserklärung im Bundestag zum bevorstehenden EU-Gipfel: „Wir sehen nicht länger tatenlos zu, wenn andere Staaten durch hohe Subventionen, künstlich abgewertete Währungen, Überkapazitäten und aggressive Preissetzung unserer Wirtschaft schaden.“

Die Aussagen dürften sich vorwiegend gegen China richten – auch wenn Merz das Land nicht explizit nannte. Der Regierung in Peking wird vorgeworfen, den Markt durch staatliche Subventionen zu verzerren, Überkapazitäten zu erzeugen und so Dumpingpreise zu ermöglichen, mit denen europäische Firmen nicht mithalten können.

Merz sagte zudem: „Wer mit uns den Handelskonflikt sucht, der wird erfahren, dass wir uns jetzt zur Wehr setzen, und zwar mit angemessenen Reaktionen.“ Unter Verweis auf Vorschläge Deutschlands und Frankreichs sprach der Kanzler von einem neuen Handelsschutzinstrument, mit dem bei gezielten Angriffen auf Industrien und Lieferketten schnell reagiert werden könne. Beim EU-Gipfel diese Woche solle darüber debattiert werden. Es solle dann möglichst zügig auch zu Entscheidungen kommen.

Merz würdigt Verdienste von Bärbel Bas als Ministerin 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zu Beginn seiner Regierungserklärung die Arbeit der zurückgetretenen Bundesministerin Bärbel Bas (SPD) gewürdigt. Sie habe das Amt mit großer Empathie vor allem für die Schwachen ausgeübt, sagte Merz vor dem Bundestag in Berlin. „Wir waren mit ihr in Sachfragen nicht immer einer Meinung“, so Merz. Das gehöre dazu. „Aber wir werden ihr die Anerkennung nicht versagen für die Arbeit und für das Engagement für unser Land.“

Er sprach ihr im Namen der Bundesregierung erneut sein tiefstes Mitgefühl zum Verlust ihrer Stieftochter aus. Er hoffe, dass sie nach ihrem Wunsch sehr bald ihre Arbeit als Abgeordnete wieder aufnehmen könne.

Merz warnt vor Extremismus im Bundestag und den Landesparlamenten 

In seiner Regierungserklärung hat Bundeskanzler Friedrich Merz erneut vor der Spaltung durch Extremisten im linken und rechten Lager gewarnt und dafür viel Applaus von seiner Fraktion und der SPD bekommen: 
„Nicht die höhnische Lust an der Zersetzung, nicht Freude an der Spaltung, und nicht die Ausgrenzung und nicht die Angst vor den Anderen, nein, schöpferische Anstrengung ist es, was wir alle zusammen in diesem Land jetzt brauchen.“
Bundeskanzler Merz

Schweitzer als neuer Arbeitsminister vereidigt

Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ist als neuer Bundesminister für Arbeit und Soziales vereidigt worden. Bei seiner Vereidigung am Mittwoch im Bundestag verwendete Schweitzer auch den freiwilligen religiösen Zusatz „So wahr mir Gott helfe“.

Der gebürtige Pfälzer Schweitzer ist Mitglied im SPD-Bundesvorstand. Von 2024 bis 2026 war er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Von Mai 2021 bis zu seiner Ernennung als Ministerpräsident war er Landesminister für Arbeit und Soziales. Nach der Niederlage bei der Landtagswahl im vergangenen März übernahm Schweitzer den Vorsitz der SPD-Fraktion im Landtag.

Merz gibt Regierungserklärung zum EU-Gipfel ab 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel ab. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union beschäftigen sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel unter anderem mit dem EU-Haushalt und mit neuen Schutzinstrumenten für die europäische Wirtschaft – vor allem mit Blick auf China. Außerdem geht es unter anderem um die EU-Erweiterung, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Lage im Nahen Osten.

Nach der etwa 20-minütigen Regierungserklärung sind 90 Minuten Aussprache vorgesehen. Zu Beginn der Bundestagssitzung wird der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) vereidigt, der die zurückgetretene Ressortchefin Bärbel Bas ablöst.
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