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Bundesregierung:Ex-General wechselt ins Verteidigungsministerium

Bundeswehr-affin: Peter Tauber in Uniform bei einer Wehrübung.

(Foto: privat)

Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber kehrt an diesem Montag nach längerer Krankheit zurück in den politischen Betrieb. Er wird Staatssekretär bei Ursula von der Leyen. Seine Affinität zum Militär hat er bereits bewiesen.

Es ist eine Rückkehr nach qualvollen Monaten. An diesem Montag wird Peter Tauber seine Arbeit wieder aufnehmen - er hat zwei Operationen, einen längeren Aufenthalt auf der Intensivstation und eine Reha hinter sich. Jetzt hofft er, wieder gesund genug für den Hauptstadtbetrieb zu sein. Tauber litt an Sigmadivertikulitis, einer Darmkrankheit. Am 1. November musste er das erste Mal ins Krankenhaus. Zu den letzten Tagen der Jamaika-Sondierungen war er dann wieder im Dienst - zu früh, wie sich herausstellte. Es folgten ein zweiter Klinikaufenthalt und die Operationen. Im Februar legte Tauber das Amt des Generalsekretärs nieder - allerdings nicht gesundheitsbedingt, sondern um Angela Merkel die Neuaufstellung der CDU zu erleichtern. Er kehrt jetzt also als einfacher Bundestagsabgeordneter nach Berlin zurück. Doch dabei wird es nicht bleiben.

Tauber soll parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium werden. Glaubt man den Bekundungen, dann hatte er schon direkt nach der Bundestagswahl bei Merkel platziert, dass er künftig statt Generalsekretär etwas anderes machen wolle. Seine Chancen, im Amt zu bleiben, galten allerdings schon damals als gering. Sicher ist, dass Tauber die CDU-Zentrale ohne Nachtreten verlassen hat. Zum Abschied als Generalsekretär zitierte er den Dichter Friedrich Rückert: "Füge dich der Zeit, erfülle deinen Platz, und räum ihn auch getrost. Es fehlt nicht an Ersatz."

Jetzt bekommt Tauber also einen neuen Platz. Manche hatten den 43-Jährigen wegen seiner Erfahrung als Netzpolitiker auch als Staatsminister für Digitales oder als Staatssekretär im Bildungsministerium gesehen, Tauber ist promovierter Historiker. Dass es jetzt das Verteidigungsministerium wird, ist allerdings auch nicht abwegig. Bereits in der Pressekonferenz, bei der Merkel ihn 2013 als neuen CDU-Generalsekretär präsentierte, hatte sich Tauber nicht nur militärisch kurz vorgestellt, sondern auch seine Affinität zur Bundeswehr deutlich gemacht. "Peter Tauber ist mein Name. 39 Jahre alt. Aus dem schönen Hessenland komme ich. Bin von Beruf Historiker, gläubiger evangelischer Christ, Reserveoffizier. Das in Kurzform zu meiner Vita", sagte der Christdemokrat damals.

Auch Taubers Doktorarbeit hat mit dem Militär zu tun. Sie trägt den Titel: "Vom Schützengraben auf den grünen Rasen: der Erste Weltkrieg und die Entwicklung des Sports in Deutschland". Die Bundeswehr sehe er natürlich positiv, die Grundwehrzeit habe ihm bei der Persönlichkeitsbildung geholfen und seinen Sinn für Sport geweckt, sagte Tauber der SZ nach seiner Wahl. Das Verhältnis zwischen von der Leyen und ihm gilt als sehr gut.

Mit seiner Partei hat Tauber dagegen manchmal gefremdelt. Er wollte die CDU "jünger, weiblicher und bunter" machen und das Internet besser für die Parteiarbeit nutzen. Damit machte er sich nicht in allen Ortsvereinen Freunde. Auch sein Einsatz für ein Einwanderungsgesetz stieß auf Widerstand, jetzt ist es allerdings im neuen Koalitionsvertrag verankert. Vor allem aber musste Tauber den Kopf für Merkels Flüchtlingspolitik hinhalten, die er kompromisslos verteidigte. Dabei verlor er manchmal den richtigen Ton.

Zwischen Tauber und der Bundeswehr dürfte es derlei Probleme nicht geben. "Wenn da einer sitzt, der auch ein bisschen das Herz der Truppe erreicht, ist das doch eine gute Lösung", sagte am Sonntag ein Christdemokrat mit Blick auf von der Leyen. Die Ministerin hat spätestens seit ihrer Einlassung, in der Bundeswehr gebe es "ein Haltungsproblem", bei der Truppe einen schweren Stand. Tauber trifft den Ton, den man dort hören will, besser. Nach seiner jüngsten Wehrübung schrieb er: "Danke für erlebte Kameradschaft und Korpsgeist. Danke für Soldaten und zivile Mitarbeiter, die ihren Auftrag erfüllen und dabei keine ,Kommissköpfe' sind, sondern in der Lage leben. Es war mir eine Ehre, wieder dazugehören zu dürfen." Als Staatssekretär wird Tauber künftig noch stärker dazugehören.

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