Bundespräsidentenwahl Köhler tritt wieder an

Bundespräsident Horst Köhler wird im kommenden Jahr für eine zweite Amtszeit kandidieren. Ein Jahr vor dem Wahltag am 23. Mai 2009 "sollte Klarheit herrschen".

"Sie können sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes gebe", sagte Köhler am Donnerstag in Berlin. Er äußerte sich zugleich zuversichtlich über seine Wahlchancen in der Bundesversammlung am 23. Mai 2009. Es sei indes noch offen, ob es wirklich mehrere Bewerber geben werde, sagte Köhler mit Blick auf eine mögliche Gegenkandidatur der SPD-Politikerin Gesine Schwan. Jede Partei müsse das entscheiden, was sie für richtig halte. "Ich gucke der Entwicklung mit Ruhe und Interesse entgegen", sagte das Staatsoberhaupt.

Horst Köhler will sich noch einmal zur Bundespräsidentenwahl stellen.

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Über seine Bereitschaft, noch einmal zu kandidieren, hat Köhler nach eigenen Angaben bereits die Parteivorsitzenden informiert. Er habe in den vergangenen Jahren viel Unterstützung von den Bürgern erhalten. Deutschland sei vorangekommen. Der eingeschlagene Weg der Erneuerung solle weiter gegangen werden. "Ich möchte den Prozess von Bewahren und Wandel in Deutschland weiter begleiten und fördern", sagte Köhler.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich "ausgesprochen" erfreut über Köhlers Bereitschaft gezeigt. Ein Jahr vor der Präsidentenwahl im Mai 2009 sagte Merkel am Donnerstag auf dem Katholikentag in Osnabrück: "Ich gehe davon aus, dass er eine breite Unterstützung bekommt." Auf die Frage, wie sie zu einer möglichen Gegenkandidatin der SPD stehe, sagte die CDU-Vorsitzende: "Die Sozialdemokraten müssen sich entscheiden." Sie wolle keine hypothetischen Fragen beantworten.

Köhler sei durch seine offene Art sehr beliebt, auch spreche er immer wieder unbequeme Wahrheiten aus, sagte Merkel. Sie fügte hinzu: "Horst Köhler hat in den vergangenen Jahren die Herzen der Menschen erreicht." Er stehe für ein offenes Deutschland und habe sich große Verdienste etwa um Afrika erworben.

Noch haben Union und FDP in der Bundesversammlung eine hauchdünne Mehrheit, die aber bei Verlusten der CSU bei der bayerischen Landtagswahl im Herbst schwinden könnte.