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Bundespräsident:Gabriels größter Erfolg seit 2013

Was für Merkel eine Schmach ist, dürfte für Deutschland aber ein Gewinn werden. In Zeiten wie diesen ist der besonnene, erfahrene, international respektierte und zu Hause beliebte Steinmeier keine schlechte Wahl für das Schloss Bellevue. Ein Präsident, der auch die Kunst der Rede beherrscht, wäre zwar schön gewesen - aber man kann sich seine Staatschefs nicht schnitzen. Die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten und die Spaltung der USA lassen das gemeinsame Votum der großen Koalition für Steinmeier jetzt sogar wie eine gelungene Reaktion Berlins erscheinen. Dabei war die Kür des Außenministers lediglich der letzte Ausweg, den Seehofer der CDU-Chefin ließ.

Der größte Gewinner des Ringens um die Gauck-Nachfolge ist aber Sigmar Gabriel (abgesehen von Steinmeier selbst natürlich). Der SPD-Chef hat mit seinem Vorstoß für den Außenminister, gegen alle Absprachen, viel riskiert. Doch jetzt hat er es tatsächlich geschafft, Steinmeier durchzusetzen. Das ist Gabriels größter Erfolg, seit er seiner Partei 2013 die Zustimmung zum Koalitionsvertrag abrang.

Es spricht für Gabriel, dass er seinen Triumph nicht übermütig auskostet wie sein Vorgänger als Vizekanzler, der damalige FDP-Chef Philipp Rösler. Der hatte Merkel Gauck als Bundespräsidenten aufgezwungen und sich anschließend in Talkshows damit gebrüstet. Was für ein Unterschied zu Gabriel, der sagt: "Ich habe gar nichts geschafft, sondern die Person Frank-Walter Steinmeier hat überzeugt."

Diese Erklärung ehrt Gabriel, auch weil sie nur zum Teil stimmt. Ja, Steinmeier ist der beliebteste Politiker. Aber das ist nur ein Kriterium unter vielen. Steinmeier wird Bundespräsident, weil Gabriel die machttaktisch scheinbar unschlagbare Merkel bezwungen hat. Wer hätte das vor einem Jahr für möglich gehalten?

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