Bundespräsident Gauck trifft Diktaturopfer

Der Bundespräsident ist in Chile zu Besuch, es geht auch um Menschenrechte. Sein Amt muss sich nun aber für einen Zwischenfall bei der Gästeauswahl erklären.

Bundespräsident Joachim Gauck hat in Chile der Opfer der Militärdiktatur gedacht. Er besuchte am Mittwoch (Ortszeit) mit Chiles Präsidentin Michelle Bachelet das Museum der Erinnerung und Menschenrechte in Santiago und traf Vertreter von Diktaturopfern. Opferverbände äußerten sich enttäuscht. Sie vermissten klarere Worte zu der frühere Sektensiedlung Colonia Dignidad, die ein Deutscher gegründet hatte. Gauck hatte zuvor eine juristische Mitverantwortung Deutschlands zurückgewiesen. Wie dpa am Donnerstagabend berichtete, hat am Empfang der Deutschen Botschaft für Gauck ein verurteilter Mittäter der Colonia Dignidad teilgenommen, der wegen Kindesmissbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilte Reinhard Zeitner. Seine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Opfer der Colonia Dignidad kritisierten Zeitners Anwesenheit scharf. Gaucks Sprecherin sagte, es sei großen Wert auf die Auswahl der Gäste gelegt worden - vor allem im Hinblick auf die Geschichte der Colonia Dignidad. "Wir bedauern mit Blick auf die Opfer sehr, dass diesem Maßstab nicht entsprochen wurde."