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Bundespräsident:Gauck nennt Angriffe auf Flüchtlingsheime "widerwärtig"

Bei einer Rede weicht Joachim Gauck vom Manuskript ab, um die jüngsten Angriffe auf Asylunterkünfte in Deutschland scharf zu kritisieren.

Joachim Gauck hat die jüngsten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland als "widerwärtig" und "unerträglich" kritisiert. Bei einer Rede zur Eröffnung einer Konferenz über den "Zusammenhalt in Deutschland" in Berlin wich der Bundespräsident damit sogar von seinem Redemanuskript ab, wie eine Sprecherin später bestätigte.

Gauck rief zunächst "alle, die wir diesen demokratischen, freiheitlichen Staat für verteidigenswert halten," dazu auf, "den Zusammenhalt unserer Bürger in eben diesem Geist zu fördern". Er fügte hinzu, dass sich "fremdenfeindliche Haltungen festsetzen, manche Menschen nicht einmal mehr vor Übergriffen zurückschrecken". Abweichend von seinem Redetext fügte er dann hinzu: "Ich denke an diesem Punkt an das, was wir kürzlich wieder erlebt haben mit diesen widerwärtigen Angriffen auf Flüchtlingsheime. Das ist unerträglich."

Wo der Hass regiert

Zuletzt hatte es unter anderem in Sachsen Übergriffe gegen solche Unterkünfte und massive Proteste gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gegeben. In Meißen legten Unbekannte vor eineinhalb Wochen Feuer in einer geplanten Unterkunft für Flüchtlinge. Für Schlagzeilen sorgten auch die Proteste gegen eine Asylunterkunft im sächsischen Freital. Seit Monaten machen dort selbsternannte Bürgerwehren und Rechte Stimmung gegen Flüchtlinge.

© Süddeutsche.de/AFP/fued/mane

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