Newsblog zur BundespolitikLinnemann und Bilger im Bundestag vereidigt

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner vereidigt Carsten Linnemann im Bundestag als Gesundheitsminister.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner vereidigt Carsten Linnemann im Bundestag als Gesundheitsminister.
Foto: Liesa Johannssen/Reuters

Die beiden Minister haben bereits Ende Juli die Amtsgeschäfte übernommen. Nun haben sie im Bundestag ihren Amtseid abgelegt.

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Wichtige Updates
Klingbeil bringt Haushalt in den Bundestag ein: Neuverschuldung geplant
SPD-Fraktion will nach Wahl Druck für Preisdeckel bei Sprit erhöhen  
Moskau schließt Goethe-Institute und deutsches Konsulat in Sankt Petersburg 
Söder: Frau sollte jetzt Staatsoberhaupt werden
Goethe-Institut bewertet Ende der Arbeit in Russland als Zäsur

Linnemann und Bilger im Bundestag vereidigt

Sechs Wochen nach ihrer Ernennung haben die neuen Minister für Gesundheit und Verkehr, Carsten Linnemann und Steffen Bilger, im Bundestag ihren Amtseid geleistet. Bei der kurzen Zeremonie mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) im Plenarsaal fügten die beiden CDU-Politiker dem Eid den religiösen Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ hinzu.

Linnemann hatte das Gesundheitsressort im Zuge der Kabinettsumbildung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) von Nina Warken (CDU) übernommen, die jetzt Kanzleramtsministerin ist. Bilger folgte auf Patrick Schnieder (CDU), den Merz als Bundesverkehrsminister auswechselte. Zuvor hatte der ursprünglich dafür vorgesehene CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler eine Zusage für das Amt zurückgezogen.

Linnemann und Bilger waren Ende Juli von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt worden und übernahmen auch direkt die Amtsgeschäfte. Der sonst gleich nach der Ernennung übliche Amtseid folgte angesichts der parlamentarischen Sommerpause nun mit mehrwöchiger Verspätung. 

Reiche: Gasversorgung trotz geringerer Füllstände sicher 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat die Energieversorgung in Deutschland trotz im Vorjahresvergleich niedrigerer Gasspeicherfüllstände als gesichert bezeichnet. Die Speicher seien aktuell zu gut 54 Prozent gefüllt, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in der Haushaltsdebatte des Bundestages. Die Versorgung sei aber durch Lieferungen aus verschiedenen Quellen breit aufgestellt. Deutschland beziehe sein Gas zu 38 Prozent aus den Niederlanden und Belgien, zu 36 Prozent aus Norwegen und zu 18 Prozent als Flüssigerdgas (LNG).

Reiche zufolge ist die Regierung auf alle Eventualitäten vorbereitet. "Wir haben Vorkehrungen getroffen für jedes Szenario", sagte Reiche. "Wir haben die entsprechenden Instrumente vorbereitet." Der Staat dürfe aber nicht selbst die Preise in die Höhe treiben. Versorgungssicherheit sei ein fortlaufender Prozess und müsse jeden Tag neu organisiert werden: "Und das tun wir mit allen Akteuren im Markt."

Der Gasspeicher-Verband Ines hatte zuvor gewarnt, dass die Einspeicherung von Gas für den Winter auf historisch niedrigem Niveau liege. Daher seien im Fall eines sehr strengen Winters im Januar Engpässe nicht auszuschließen. 
Anna Schimpp

Klingbeil bringt Haushalt in den Bundestag ein: Neuverschuldung geplant

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt heute den Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das kommende Jahr in den Bundestag ein: Die Neuverschuldung soll bei rund 200 Milliarden Euro liegen. 

Für das Jahr 2027 sind Ausgaben in Höhe von 555,4 Milliarden Euro geplant. Das ist deutlich mehr als im laufenden Jahr, in dem 524,5 Milliarden Euro zu Buche stehen. Der größte Einzeletat ist der des Arbeits- und Sozialministeriums mit etwa 201,5 Milliarden Euro, darunter als größer Einzelposten: Leistungen an die Rentenversicherung. 

Vorgesehen ist eine deutlich höhere Neuverschuldung. Die Nettokreditaufnahme soll im Rahmen der Schuldenbremse bei 118,7 Milliarden Euro liegen – nach geplanten 98 Milliarden im laufenden Jahr. Dazu kommen neue Schulden aus den Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie für die Bundeswehr. Insgesamt soll die Neuverschuldung 2027 damit bei gut 200 Milliarden Euro liegen und auf 219,5 Milliarden Euro bis 2030 steigen. Mit den Ausgaben aus den Sondervermögen Infrastruktur sollen unter anderem marode Brücken, Straßen und das Bahnnetz saniert werden. 

Der SPD-Chef verteidigte insbesondere die hohen Schulden zur Modernisierung der Bundeswehr. 
Ohne neue Schulden sich zu verteidigen, das ist wie ohne Rakete zum Mond fliegen.
Lars Klingbeil
Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bundeswehr müsse behoben werden. Wer Frieden wolle, dürfe nicht schwach sein. Deutschland müsse sich verteidigen können. "Das kostet Geld." Sogenannte hybride Angriffe häuften sich. Der versuchte Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht, sei ein Einschnitt gewesen. Klingbeil ergänzte, dass auch die Infrastruktur saniert werde. 50 Milliarden der insgesamt 500 Milliarden Euro aus dem dafür geschaffenen Sondertopf seien bis Ende Juli bereits investiert.

Bis Freitag wird im Parlament über die Etatpläne der einzelnen Fachministerien diskutiert, am Mittwoch steht die Generaldebatte an. Der Haushalt soll im November vom Bundestag verabschiedet werden. In der Regel kommt es gegenüber dem Regierungsentwurf noch zu Änderungen. 

Grüne kritisieren Haushaltspläne der Bundesregierung

Sebastian Schäfer, der Sprecher für Haushaltspolitik von Bündnis 90/Die Grünen, kritisiert die Haushaltspläne der Bundesregierung für das kommende Jahr. Zum Auftakt der Haushaltswoche sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Der Bundeskanzler macht entgegen seiner eigenen Ankündigungen Rekordschulden, aber zu wenig davon schafft neues Wachstum. Wer so viel neue Verschuldung verantwortet, muss damit Infrastruktur modernisieren, Innovation und sichere Arbeitsplätze ermöglichen und die Wirtschaft zukunftsfest machen. Stattdessen werden Milliarden zwischen Kernhaushalt und Sondervermögen verschoben, Mittel für Klimaschutz und Klimaanpassung zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt, Kindern die Zukunft weggekürzt und kurzsichtige teure Steuerpolitik betrieben.“

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt am Dienstag den Haushalt in den Bundestag ein. Der Haushaltsentwurf der Regierung sieht 2027 deutlich höhere Ausgaben vor sowie eine deutlich höhere Neuverschuldung. 

SPD-Fraktion will nach Wahl Druck für Preisdeckel bei Sprit erhöhen  

Angesichts steigender Lebenshaltungskosten will die SPD-Fraktion nach der Sachsen-Anhalt-Wahl auf einen Spritpreisdeckel dringen. "Das Leben wird immer teurer. Und die Kosten laufen an vielen Stellen den Haushalten aus dem Ruder", sagt Fraktionschef Matthias Miersch vor einer Fraktionssitzung. 

Da in der Koalition bei diesen Vorschlägen bislang keine Einigkeit erzielt worden sei, müsse man die Themen nun mit der CDU/CSU auf die Tagesordnung setzen. Ein Spritpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne würden nochmal aufgerufen. "Ich bin sicher, dass die Kolleginnen und Kollegen der CDU/CSU genauso spüren, dass beispielsweise das Thema Lebenshaltungskosten auch bei ihnen eine Rolle spielt." 

Moskau schließt Goethe-Institute und deutsches Konsulat in Sankt Petersburg 

Russland hat alle dortigen Goethe-Institute geschlossen und die Mitarbeiter zum Verlassen des Landes bis spätestens 13. September aufgefordert. Zugleich ordnete das Außenministerium in Moskau die Schließung des deutschen Generalkonsulats in Sankt Petersburg bis 18. September an. 

Mit dem erwarteten Schritt antwortet Moskau auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin und des Generalkonsulats in Bonn, nachdem die Bundesregierung Russland für den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht hatte. 
Anna Schimpp

Regierungssprecher: Sind offen für Überprüfung von Reformen

Die Bundesregierung ist nach den Worten eines Regierungssprechers grundsätzlich bereit, bereits beschlossene Reformpläne etwa zu Gesundheit oder Rente zu überdenken. Wenn es die Auffassung gebe, die Dinge in einem anderen Licht zu betrachten, dann müsse dies innerhalb der Regierung besprochen werden, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.

Grundsätzlich aber sei Deutschland auf dem richtigen Weg, betont er. Der SPD-Co-Vorsitzende, Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil hatte das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt am Sonntagabend auch als "Signal an Berlin" bezeichnet. Das Ergebnis sei ein Grund, über die Politik der Bundesregierung nachzudenken. "Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun", sagte Klingbeil.

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Luzia Geier
Luzia Geier

Verbände warnen vor Einschnitten bei der sozialen Absicherung

Sozialverbände und Gewerkschaften warnen zum Beginn der Haushaltsberatungen im Bundestag vor weitreichenden Einschnitten zulasten der sozialen Absicherung. In einem Appell des sehr breiten Bündnisses heißt es: 
Wer am Sozialen spart, schwächt das Rückgrat unserer Demokratie. (...) Ein gut ausgebauter Sozialstaat ist unverzichtbar, und wir können ihn uns auch in Zukunft leisten.
Sozialverband Deutschland, Sozialverband VdK, Deutscher Gewerkschaftsbund, Verdi, IG Metall, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Arbeiter-Samariter-Bund, Volkssolidarität, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie u.a.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt an diesem Dienstag den vom Kabinett beschlossenen Entwurf für den Etat 2027 ins Parlament ein. Vorgesehen sind Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro. Die Sozialverbände fordern, zentrale sozialpolitische Aufgaben auskömmlich zu finanzieren. Verhindert werden müsse der Eindruck, dass wegen steigender Verteidigungsausgaben nicht ausreichend Geld für notwendige soziale Leistungen zur Verfügung stehe.

Die Verbände äußern sich besorgt, dass vorgesehene Kürzungen etwa bei den Bundeszuschüssen zur Renten- und Krankenversicherung, beim Wohngeld und beim Elterngeld die Sicherungssysteme in unsicheren Zeiten schwächten, in denen ein starker Sozialstaat besonders gebraucht werde.
Ulrike Putz

Söder: Frau sollte jetzt Staatsoberhaupt werden

CSU-Chef Markus Söder favorisiert weiter eine Frau für das Amt des Staatsoberhaupts und erhöht damit den Druck auf die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz. „Über ein Jahr wurde in der Union – zunächst in der CDU – und auch in der SPD intensiv darüber diskutiert, dass es eine Frau sein müsse. Diese Debatte kam nicht aus der CSU. Jetzt kurz vor Schluss zu sagen, eine Frau sei für das Bundespräsidentenamt vielleicht doch nicht geeignet, halte ich für äußerst problematisch“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Rheinischen Post.
Der CSU-Chef betonte: „Die Entscheidung wird gemeinsam getroffen. Für mich ist aber klar, dass die Grundsatzentscheidung, eine Frau zu nominieren, nicht mehr kurzfristig geändert werden sollte. Was wäre das für ein Signal?“
Als mögliche Kandidatin nannte Söder erneut die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU): „Wenn Ilse Aigner daran Interesse hat, wäre sie sicher eine hervorragende Kandidatin. Das seien allerdings keine Prozesse, die man auf einem offenen Markt austrage. „Die zentrale Frage lautet doch: Wie begegnen wir dem Vorwurf radikaler Kräfte, Berlin und das Establishment seien abgehoben und hätten keinen Bezug mehr zu den Menschen? Ilse Aigner könnte mit ihrer Bürger- und Volksnähe dazu beitragen, dieses Spannungsfeld abzubauen.“ Es sei „sehr erfreulich, dass auch aus der SPD und der CDU viele positive Reaktionen zu ihr kamen“. 
Söder plädierte für eine Entscheidung zeitnah nach den Wahlen im Osten. Man habe nicht unendlich viel Zeit. „Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten schüttelt man nicht nebenbei aus dem Ärmel. Dafür braucht es ernsthafte und vertrauensvolle Gespräche“, betonte er.
Merz hatte im ARD-Sommerinterview offengelassen, ob Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zwingend eine Frau nachfolgen soll: „Die Frage nach dem Geschlecht ist weniger wichtig als die Persönlichkeit des nächsten Staatsoberhaupts. Und die Anforderungen sind hoch.“
Luzia Geier
Luzia Geier

Nouripour: AfD schürt falsche Ängste vor Wahlbetrug

Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour weist Befürchtungen vor Wahlmanipulationen zurück. „Wie AfD-Vertreter und ihr Umfeld versucht haben, Sorgen über angebliche Manipulationen bei der Briefwahl zu schüren, ist irritierend“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das sind gezielte Angriffe auf die Integrität des über Jahrzehnte bewährten demokratischen Wahlsystems.“
Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hatte vor der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt Zweifel daran gesät, dass bei der Briefwahl alles mit rechten Dingen zugeht. Er kenne aus Gesprächen mit Pflegern und Angehörigen Fälle in Pflegeheimen, „wo der Stift sozusagen geführt wurde“. Der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hatte appelliert, in Pflegeheimen „genau hinzuschauen“. Es solle nichts aus einer „linken oder grünen Ecke“ vorgegeben werden, sagte er auf der Plattform X und ergänzte: „Belegen kann man das nicht. Aber wir alle wissen, wie das oftmals läuft.“
Wer im Vorfeld Wahlen delegitimieren will, baut offensichtlich vor, nach der Wahl das Ergebnis anzweifeln und Wähler auf die Barrikaden treiben zu wollen.
Omid Nouripour (Grüne)
Nouripour betonte, falls es vereinzelt Ungereimtheiten oder Betrugsversuche geben sollte, sehe der Rechtsstaat Kontrollen vor. Gegen massenhafte Manipulation gebe es Sicherheitsmaßnahmen. Die Aussage von Siegmund, er werde die Wahlergebnisse akzeptieren, sei unglaubwürdig, meint Nouripour. Er warne davor, mit Desinformationen und Verschwörungstheorien Stimmung gegen faire und freie Wahlen zu machen.
Luzia Geier
Luzia Geier

SPD-Generalsekretär: AfD stellt Nähe her, „die eigentlich wir bieten müssen“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf räumt eine zu große Distanz seiner Partei zu den Wählern ein. „Die SPD ist über viele Jahre eine - ich sage das jetzt mal hart - technokratische Partei geworden“, sagte Klüssendorf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zuletzt habe die AfD eine Nähe zu den Wählern hergestellt, „die eigentlich wir bieten müssen, wollen und in Zukunft auch wieder schaffen werden“, so der SPD-Politiker.

Der AfD gestand Klüssendorf zu, genau in diesem Bereich erfolgreich zu sein. Die Partei habe digital und analog „Präsenz organisiert, dieselbe Sprache gesprochen, auch viel gemeinsam geschimpft und Projektionsflächen geschaffen“. Er habe selbst in Wahlkämpfen, auf Marktplätzen und von Vorgarten bis Plattenbau gelernt: Sich „das Vertrauen der Menschen in uns zurückzuholen ist sehr, sehr harte Arbeit“ und funktioniere nur im direkten Gespräch. Die SPD kenne sich „hervorragend in Abläufen und Prozessen aus", aber die Distanz der Bundespolitik zu den Menschen sei größer geworden. Daher müsse sie an ihrer Sprache, am Auftreten und der Sichtbarkeit in Städten und Dörfern arbeiten.

Goethe-Institut bewertet Ende der Arbeit in Russland als Zäsur

Die von Russland angekündigte Schließung des Goethe-Instituts markiert nach Angaben der Leitung das Ende einer Ära in den bilateralen Kulturbeziehungen. Nach dem Mauerfall seien Institute in Moskau und Sankt Petersburg eröffnet sowie 2009 ein Standort in Nowosibirsk hinzugefügt worden, erklärte Präsidentin Gesche Joost am Donnerstag in München. Über Kultur und Sprache seien die Gesellschaften beider Staaten eng miteinander verbunden worden. 

„Die Ankündigung des russischen Außenministers markiert das Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen“, erklärte Joost. Für die Menschen in Russland, die die Sprache lernen oder Bibliotheken besuchen, sei das Aus eine schlechte Nachricht. Die Arbeit sei bereits in den Vorjahren massiv eingeschränkt worden. So habe das Institut den Personalbestand im Jahr 2023 von einst 200 auf nur noch 15 Beschäftigte reduzieren müssen.

Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Sport-Staatsminister

Der zweimalige Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) gab auf Instagram bekannt, dass der 44-Jährige der bisherigen Staatsministerin Christiane Schenderlein nachfolgt, deren Wechsel ins Gesundheitsministerium schon vor der Sommerpause verkündet worden war. „Herr Staatsminister, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, willkommen im Team“, sagt Merz in dem Instagram-Video. 

Mit der Entscheidung des Kanzlers ist der Umbau der Bundesregierung infolge des Rücktritts von Unionsfraktionschef Jens Spahn abgeschlossen. Der Posten im Kanzleramt war der Einzige, der vor der Sommerpause noch unbesetzt blieb.

Der neue Staatsminister will sich für bessere Bedingungen im Leistungssport und für bessere Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement einsetzen. „Deutschland soll wieder zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt gehören“, sagte der zweimalige Kanu-Olympiasieger bei seiner Vorstellung durch Kanzler Merz in Berlin. Auch die Bewerbung um Olympische Spiele in Deutschland will Rauhe voranbringen.
Der zweimalige Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe (Archivbild).
Der zweimalige Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe (Archivbild). Roland Weihrauch/dpa
Anna Schimpp

Spahn geht für Union in den Haushaltsausschuss

Der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn soll künftig für die Union im Haushaltsausschuss des Bundestages sitzen. Zunächst berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Der Süddeutschen Zeitung wurde die Personalie bestätigt.

Spahn soll im Haushaltsausschuss offenbar Berichterstatter für den Etat des Außenministeriums werden. Der 46-Jährige war im Juli mit Hilfe einer Leihmutter Vater geworden. Im Zusammenhang mit der anschließenden Debatte zum Thema Leihmutterschaft geriet Spahn unter Druck und war von seinem Amt zurückgetreten. Danach war gerätselt worden, ob er seine politische Karriere fortsetzen wird. In den vergangenen Wochen war aber klar geworden, dass er an seinem Bundestagsmandat festhalten will. 
Ich glaube, dass der Weg von Jens Spahn noch nicht beendet ist. 
Markus Söder (CSU)
CSU-Vorsitzender Markus Söder war sich bei der Neuaufstellung der Fraktionsspitze im Juli sicher, dass ein Politiker „mit solchen Talenten und so einer politischen Kraft“ irgendwann wieder eine führende Rolle übernehmen werde.

Spahn hatte sich vergangene Woche auf der Klausur der geschäftsführenden Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD in Münster zu einem Abendessen mit seinem Nachfolger Thorsten Frei, CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch getroffen.

Mehr zum Thema Leihmutterschaft lesen Sie hier:

Kiesewetter: Maßnahmen gegen Russland reichen nicht

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hält die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen gegen Russland nach dem Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle für unzureichend. „Das Russische Haus und das Generalkonsulat hätten ohnehin längst aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen“, sagte Kiesewetter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es reiche nicht aus, lediglich „symbolische und diplomatische Maßnahmen“ zu treffen. 

Kiesewetter forderte Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. „Denn die Systematik der Angriffe richtet sich auch gegen die Nato und soll das Verteidigungsbündnis spalten und schwächen“, sagte er. Artikel 4 sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt. Die Bundesregierung will ihn aber nicht ziehen. 

Russland sehe rein diplomatische und symbolische Maßnahmen als Zeichen von Schwäche, sagte der CDU-Politiker weiter. Deshalb sei zu erwarten, dass Russland seine Maßnahmen ausweiten werde. „Ich rechne also mit weiterem Terror Russlands und kriegerischen Maßnahmen wie Sabotage, gezielten Morden und Terroranschlägen auch in Deutschland.“
© SZ/Reuters/dpa/epd/KNA/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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