Bundeskabinett und Bundestag Mitglieder des Ethikrats benannt

Die 26 Wissenschaftler stehen fest, die die Regierung künftig in ethischen Fragen beraten sollen. Der Ethikrat hat nun erstmals eine gesetzliche Grundlage.

Das Bundeskabinett und der Bundestag haben die 26 Mitglieder des Deutschen Ethikrats benannt. Zu dem Gremium gehören der frühere baden-württembergische Regierungschef Erwin Teufel (CDU), der ehemalige SPD-Bundesminister Jürgen Schmude, Ex-Justizminister Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) und Ex-Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen (SPD).

Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Erwin Teufel studiert jetzt Philosophie und sitzt im Ethikrat.

(Foto: Foto: ddp)

"Der Deutsche Ethikrat wird als unabhängiger Sachverständigenrat den Bundestag und die Bundesregierung beraten. Zugleich wird er ein nationales Forum für den Dialog über zentrale ethische Fragen in den Lebenswissenschaften sein", sagte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU).

Der Deutsche Ethikrat soll die Bundesregierung und den Bundestag in ethischen, medizinischen, rechtlichen und sozialen Fragen beraten. Unter den Mitgliedern sind Mediziner, Naturwissenschaftler, Juristen, Philosophen und Theologen. Die Experten sollen über Forschungsergebnisse etwa aus der Bio- oder Gentechnologie, der Hirnforschung oder der Reproduktionsmedizin diskutieren. Die Ergebnisse werden in Stellungnahmen, Empfehlungen und Berichten veröffentlicht.

Die Hälfte der ernannten 26 Mitglieder des Deutschen Ethikrats arbeitet bereits im bisherigen Nationalen Ethikrat mit. Nach dem 2007 verabschiedeten Ethikrat-Gesetz dürfen Regierung und Parlament die Mitglieder je zur Hälfte benennen.

Von kirchlicher Seite gehören dem Rat künftig der Augsburger katholische Weihbischof Anton Losinger, der katholische Theologe Eberhard Schockenhoff, der evangelische thüringische Landesbischof Christoph Kähler und der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hermann Barth, an.

Auch die beiden bisherigen Vorsitzenden des Nationalen Ethikrats, die Juristen Spiros Simitis (bis 2005) und Kristiane Weber-Hassemer (seit 2005), arbeiten im neuen Gremium wieder mit.

Weitere Mitglieder sind die Leipziger Philosophin Weyma Lübbe, der Bayreuther Mediziner Eckhard Nagel, der Schauspieler Peter Radtke, der Berliner Molekularbiologe Jens Reich, die Ethik-Professorin Bettina Schöne-Seifert, die Ethik-Expertin Christiane Woopen, die Hamburger Biotechnologie-Expertin Regine Kollek, der Bonner Staatsrechtler Matthias Herdegen, der Heidelberger Medizinethiker Axel Bauer, der Leipziger Immunologe Frank Emmrich, die Berliner Juristin Ulrike Riedel, die Frankfurter Biologin Stefanie Dimmeler, die Gießener Juristin Gabriele Wolfslast, die ehemalige Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Hildegund Holzheid, der Professor für Technikforschung Alfons Bora und der Philosoph Volker Gerhardt.

Der Deutsche Ethikrat, dessen Errichtung der Bundestag im April 2007 beschlossen hatte, löst den bisherigen Nationalen Ethikrat ab. Die Mitglieder werden für vier Jahre in das Gremium entsandt.