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Bundesinnenminister:Friedrich fordert mehr Geld für Videoüberwachung

Tagung des Verfassungsschutzes

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich fordert vor dem Hintergrund des Anschlags in Boston auch in Deutschland mehr Video-Überwachung. 

(Foto: dpa)

Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon dringt Bundesinnenminister Friedrich darauf, den Etat für Videoüberwachung in Deutschland aufzustocken und warnt vor terroristischen Einzeltätern. Auch zu deutschen Extremisten in Syrien äußert er sich.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich pocht auf mehr Bundesmittel zur Ausweitung der Videoüberwachung. Im Haushalt 2013 gebe es bereits mehr Geld, sagte der CSU-Politiker Spiegel Online. Er hoffe, dass es auch für das kommende Jahr gelinge, noch mehr Mittel bereitzustellen.

Zuvor hatte Friedrich bereits den Anschlag in Boston vergangener Woche zum Anlass genommen, eine Ausweitung der Video-Überwachung zu fordern. In Bosten hatten sich die Behörden bei den Ermittlungen auf Überwachungsbilder stützen können.

Er forderte zudem die Deutsche Bahn und die Flughafenbetreiber auf, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Kauf und Betrieb der Kameras sowie eine gute Auswertung seien teuer. Er hoffe auf einen Konsens bei den Gesprächen, sagte Friedrich.

Deutsche Kämpfer beteiligen sich im Kampf gegen Assad

In Bezug auf Boston warnte er vor der Gefahr terroristischer Einzeltäter. "Statt großer Organisationen werden wir nun von Einzeltätern und Kleinstgruppen attackiert, die sich selbst radikalisieren", sagte Friedrich der Nachrichtenseite. Einzeltäter würden den Behörden zunehmend Sorgen bereiten. Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon seien auch in Deutschland die sogenannten extremistischen Gefährder, die von den Behörden als gewaltbereit eingestuft sind, eingehend überprüft worden.

Friedrich bestätigte außerdem, dass in Syrien auch extremistische Kämpfer aus Deutschland an der Revolte gegen das Regime des Machthabers Baschar al-Assad beteiligt sind. "Wir wissen, dass auch Dschihadisten aus Deutschland, die wir hierzulande bereits im Visier hatten, sich in Syrien aufhalten und dort an der Seite der Rebellen kämpfen", sagte Friedrich Spiegel Online. Die Sicherheitsbehörden würden die Reisen deutscher Extremisten nach Syrien "mit großer Sorge" sehen, da es auch Aufrufe an "die im Kampf ausgebildeten Europäer" gebe, später in ihre Heimat zurückzukehren und dort den Dschihad (Heiligen Krieg) weiterzuführen.

Bisher hatte es über deutsche Dschihadisten in Syrien nur Gerüchte gegeben. Am Mittwoch hatte der oberste Terrorismusexperte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, von bis zu 500 radikalen Islamisten aus Europa berichtet, die sich den Kämpfen gegen Assad angeschlossen hätten.

Linktipp: Fühlen wir uns sicherer, wenn eine Kamera uns beobachtet? "Gefahr entsteht im Kopf", sagt der Psychologe Werner Greve im Gespräch mit Süddeutsche.de.

© Süddeutsche.de/dpa/sana/leja
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