Parlamentswahl:Aufbruchstimmung in Bulgarien

Parlamentswahl: Protest gegen Mafiosi und Oligarchen: eine Demonstrantin vor dem Justizpalast in Sofia.

Protest gegen Mafiosi und Oligarchen: eine Demonstrantin vor dem Justizpalast in Sofia.

(Foto: NIKOLAY DOYCHINOV/AFP)

Abstimmungen gab es genug, aber keine echten Alternativen. Das ändert sich gerade in Bulgarien. Über ein Land, das sich nach neuen Zeiten sehnt.

Von Cathrin Kahlweit

Alexandra Dimitrewa war in den Semesterferien im vergangenen Sommer auf fast jeder Demonstration in Sofia mitmarschiert. Ihre ganze "Bubble", junge, linke Studenten, sagt die 20-Jährige, habe mit Tausenden anderen beim allabendlichen Marsch durch die Innenstadt skandiert: "Rücktritt jetzt" und "Weg mit der Mafia". Vier lange Monate waren überall im Land Bulgaren auf die Straße gegangen und hatten eine neue Politik gefordert, Anstand statt Käuflichkeit. Eine Wechselstimmung hatte den ärmsten und korruptesten aller EU-Staaten ergriffen; nicht nur junge Leute, auch der Mittelstand marschierte mit: Alexandras Mutter, die eine Bäckerei betreibt, ihr Vater, gelernter Bankkaufmann. "Ich glaube", sagt Dimitrewa am Telefon, "es hat sich gelohnt."

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