Bulgarien:Marschieren allein reicht nicht mehr

Bulgarien: Sie wollen den Kurs ändern und gezielter gegen die Regierung vorgehen: Demonstranten in Sofia im Oktober

Sie wollen den Kurs ändern und gezielter gegen die Regierung vorgehen: Demonstranten in Sofia im Oktober

(Foto: DIMITAR KYOSEMARLIEV/AFP)

Nach der großen Euphorie des Sommers hat in Sofia inzwischen eine Art Demonstrationsroutine Einzug gehalten. Jetzt wollen die Protestierenden gezielter gegen die bulgarische Regierung vorgehen. Ihre Forderung aber ist dieselbe geblieben: "Ostawka", Rücktritt!

Von Cathrin Kahlweit, Sofia

Iwan Sawow war von Anfang an dabei gewesen. Der 55-jährige Ingenieur ist stolz darauf, dass er fast jedes Mal, 90 Abende lang, mitmarschiert ist vom Präsidentenpalast in Sofia, wo die Demonstrationen starteten, vorbei am Parlament und bis zur Adlerbrücke, wo der Marsch nach einer halben Stunde endete. Die Straße war regelmäßig abgesperrt, gelangweilte Polizisten standen Spalier, Flaggen wehten im Wind, ab und zu hielt einer der Protestierenden eine kurze Ansprache; die meisten hier kannten sich mittlerweile vom Sehen. In kurzen Abständen brüllte jemand "Ostawka", Rücktritt.

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