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Dorf in Ungarn evakuiert:Rechtsradikale vertreiben Roma aus ihren Häusern

Bilder einer Flucht im Herzen von Europa: In dem ungarischen Dorf Gyöngyöspata bringt das Rote Kreuz 277 Frauen und Kinder in Sicherheit - aus Furcht vor rechtsradikalen Paramilitärs, die die Roma-Minderheit seit Monaten terrorisieren.

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Roma leben in Ungarn gefährlich. Rassistisch motivierte Verbrechen nehmen zu, bei den Wahlen 2010 wurde die rechtsextreme Jobbik-Partei, die sich offen gegen die Roma ereifert, drittstärkste Fraktion im Parlament. Nun hat das ungarische Rote Kreuz erstmals Hunderte Roma vor Rechtsradikalen in Sicherheit gebracht.

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Die Evakuierung aus dem dem mittelungarischen Ort Gyöngyöspata begann am Freitagmorgen.

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277 Frauen und Kinder haben die Roma mit sechs Bussen in Sicherheit gebracht.

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In den Straßen der Ortschaft hatte die Miliz im vergangenen Monat mehrere illegale Patrouillen organisiert, um nach Angaben ihrer Verantwortlichen "für Ordnung zu sorgen". Die örtliche Polizei weigerte sich damals einzuschreiten, obwohl die Roma-Gemeinschaft Einschüchterungen beklagte. Nach der Abfahrt der Busse zeigte die ungarische Polizei Präsenz.

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Bilder einer Flucht im Herzen von Europa: Die Frauen...

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.... und Kinder wissen nicht, wann sie wieder heimkehren können.

276 Roma or Gypsy women and children were evacuated because of a

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Sie sind der Grund für die Evakuierung der Roma: Für das Osterwochenende hat die rechtsradikale, paramilitärische Gruppierung am Ortsrand zu einem Trainingslager eingeladen. Teilnehmer wurden aufgerufen, in Uniformen und mit Gummigeschoss-Waffen zu erscheinen.

276 Roma or Gypsy women and children were evacuated because of a

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Bereits im März hatte eine andere rechtsradikale Gruppierung den 2800-Einwohner-Ort fast drei Wochen lang mit Märschen terrorisiert. Am Samstag war die Lage bereits eskaliert: Mitglieder der Gruppe griffen Roma tätlich an und warfen das Fenster eines Roma-Hauses ein.

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Gyöngyöspata ist kein Einzelfall: Das Bild zeigt Mitglieder einer 200 Mann starken rechtsradikale Bürgerwehr, die durch die Straßen der ostungarischen Stadt Hajdúhadház patrouilliert  in der ebenfalls eine Roma-Minderheit lebt. Sie wollen dort wegen angeblich gestiegener Kriminalität für Ordnung zu sorgen.

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Die uniformierte freiwillige Bürgerwehr macht die Roma für Diebstähle und andere Straftaten verantwortlich. Ihr Motto ist der historischen Gruß der ungarischen Faschisten "Szebb Jövőért" ("Für eine schönere Zukunft").

To match feature HUNGARY-ROMA/

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Von den Aufmärschen der rechten Wehr fühlen sich vor allem Kinder oft so eingeschüchtert, dass sie nicht mehr in die Schule gehen wollen.

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Die Bürgerwehr wird von der rechtsradikalen Parlamentspartei Jobbik offen unterstützt.

LUXDEMBOURG-EU-JAI

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Die Regierung stellt sich indessen gegen die Gruppe: Am vergangenen Donnerstag erklärte der ungarische Innenminister Sándor Pintér, dass das Vorgehen der Bürgerwehr illegal sei und dass die Polizei gegen die rechtsextremen Aufmärsche vorgehen werde.

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Kurz darauf nahm die ungarische Polizei in Hajdúhadház fünf Mitglieder der Bürgerwehr fest. Das zuständige Gericht setzte die Männer aber sofort wieder auf freien Fuß, da der von der Polizei angegebene Tatbestand des "Rowdytums" nicht gegeben sei.

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Aus den Orten, in denen die "Szebb Jövőért"-Organisation patrouilliert, sind mittlerweile schon etliche Roma-Familien in Nachbargemeinden geflüchtet oder haben bei Verwandten Unterschlupf gesucht.

© sueddeutsche.de/fiem

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