Bürgerkrieg USA versprechen syrischer Opposition 60 Millionen Dollar

Geld und Hilfsgüter, aber keine Waffen: Der neue amerikanische Außenminister John Kerry hat angekündigt, die syrischen Rebellen in größerem Maße unterstützen zu wollen als bisher. Auch Deutschland verstärkt sein Engagement.

Die amerikanische Regierung hat einen Richtungswechsel in ihrer Syrien-Politik angekündigt. Wie Außenminister John Kerry bei einer Konferenz in Rom ankündigte, wollen die USA die syrische Opposition direkt mit 60 Millionen US-Dollar (knapp 46 Millionen Euro) sowie "nicht tödlichen" Hilfsgütern unterstützen.

Die Hilfe soll nun direkt an die Nationale Syrische Koalition gehen, um die Situation der Menschen in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten zu verbessern. Bisher hatten die USA Hilfen über Nichtregierungsorganisationen ins Land gebracht. Der Hilfsplan, der in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern erarbeitet wurde, sieht allerdings keine Waffenlieferungen vor - trotz einer immer weiter wachsender Zahl amerikanischer Senatoren, die einen solchen Schritt unterstützen.

Kerry erklärte zuvor in Paris, Ziel der Hilfe müsse es sein, dass die Opposition grundlegende staatliche Dienste und Hilfen in den "befreiten Gebieten" aufbauen könne. Zu den angekündigten Hilfsgütern können auch Splitterschutzwesten, Schutzhelme und Kommunikationsgeräte gehören, aber auch Marschverpflegung und medizinische Ausstattung. Zudem sollen technische Hilfskräfte entsendet werden, um die Gerätschaften der Opposition zu warten.

Kerry verurteilte bei den Gesprächen der sogenannten "Gruppe der Freunde des syrischen Volkes" die "Brutalität" von Präsident Baschar al-Assad, der Scud-Raketen auf Zivilisten abfeuert. Gleichzeitig rief er dazu auf, eine politische Lösung zu finden und eine syrische Übergangsregierung zu bilden. Iran und der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah warf Kerry vor, sie schickten Kämpfer nach Syrien, um Assad bei der Niederschlagung des Aufstandes zu helfen.

Deutschland gibt weitere Millionen

Auch die Bundesregierung stellte in Rom weitere Hilfe für Syrien in Aussicht. Sie versprach weitere fünf Millionen Euro an humanitärer Hilfe für notleidende Syrer. "Die Bilder, die uns täglich erreichen, erfüllen uns mit Entsetzen", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). "In dieser Notlage ist es unsere mitmenschliche Pflicht, den Menschen zu helfen", fügte Westerwelle hinzu, der krankheitsbedingt nicht an dem Treffen in Rom teilnehmen kann.

Mit den Hilfsgeldern sollen nach Angaben des Auswärtigen Amtes Maßnahmen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Syrien und den Nachbarländern, der Einsatz des Technischen Hilfswerks in einem Flüchtlingslager in Jordanien sowie Projekte deutscher Nichtregierungsorganisationen unterstützt werden.

Nach UN-Angaben sind in Syrien derzeit mehr als vier Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Deutschland leistete seit Beginn des Syrien-Konflikts vor etwa zwei Jahren Hilfe in Höhe von 118 Millionen Euro.

Kriegsbilder aus Syrien

Im Gefechtsstaub von Aleppo