Bürgerkrieg in Syrien:Wahlen in der Provinz Aleppo

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Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo haben Angehörige von Revolutionsgruppen und Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen gewählt. Wie die Wahlleitung am Montag bekanntgab, dominieren unter den 13 Mitgliedern des Lokalen Rates der Stadt Aleppo die moderaten Islamisten. In den ländlichen Gebieten hätten radikale Islamisten die Nase vorn. In der türkischen Stadt Gaziantep hatten rund 280 Syrer ihre Stimme abgegeben.

Alle Kandidaten waren Männer. Kein Angehöriger einer säkularen Gruppierung wurde gewählt. Die Oppositionelle Suheir al-Atassi sagte, es sei falsch, eine Wahl ohne Frauen abzuhalten, "schließlich waren die Frauen von Anfang an Teil dieser Revolution".

Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, soll laut einem Bericht des Nachrichtenportals "All4Syria" binnen der nächsten zehn Tage zu einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama nach Washington fliegen. Ihn wird den Angaben zufolge General Salim Idriss begleiten, der Generalstabschef der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA).

Kein Gießkannenprinzip bei Waffenlieferungen

Dem Wunsch der Opposition nach Waffenlieferungen an die Rebellen gaben die westlichen und arabischen Staaten bei einer Konferenz der Syrien-Kontaktgruppe in Rom nicht nach. Allein die USA wollen die syrische Opposition mit weiteren 60 Millionen US-Dollar (knapp 46 Millionen Euro) unterstützen, wie Außenminister John Kerry in der italienischen Hauptstadt ankündigte. Die US-Hilfe soll die oppositionelle Nationale Syrische Koalition erhalten, um die Situation der Menschen in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten zu verbessern.

Die USA warnen allerdings davor, Waffen für die syrischen Rebellen nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. "Waffen sollten die gemäßigte, rechtmäßige Opposition erreichen" und nicht extremistische Gruppen, betonte US-Außenminister John Kerry während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem saudischen Amtskollegen, Prinz Saud al-Faisal, in Riad.

Syrische Opposition fordert Unterstützung des Westens

Der oppositionelle syrische Nationalrat hat von der internationalen Gemeinschaft erneut gefordert, die Aufständischen entschiedener gegen das Assad-Regime zu unterstützen. "Ich kann natürlich die Ängste verstehen, die die Weltgemeinschaft äußert", sagte Ratsvertreter Sadiqu al-Mousllie am Montag im Deutschlandradio Kultur zu Befürchtungen, dass Waffen in die Hände von Islamisten geraten könnten. Diese machten aber nur einen verschwindend geringen Teil der Opposition aus.

Allein in den letzten zwei Wochen seien 400 Kinder im syrischen Bürgerkrieg getötet worden. Nach fast 24 Monaten Revolution und 70.000 Toten sei es an der Zeit, dass die Weltgemeinschaft ihrer Verantwortung nachkomme und die Syrer beschütze, bekräftigte Al-Mousllie. Dazu gehöre auch die Lieferung von Waffen an die Aufständischen.

"Im Großen und Ganzen haben sich die letzten paar Tage etwas positiver entwickelt als die letzten 300 Tage", so der Ratsvertreter. Die internationale Akzeptanz, den Aufständischen zu helfen, sei insgesamt gestiegen. Zuletzt hatte sich der Unions-Außenpolitiker Philipp Mißfelder dafür ausgesprochen, die syrische Opposition mit Waffen auszurüsten.

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