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Bürgerkrieg:Deal mit Assad - Syrische Rebellen verlassen Homs

Schlachtfeld Homs: Der Krieg hat in der Stadt deutliche Spuren hinterlassen.

(Foto: AP)
  • Syrische Rebellen haben begonnen, Homs zu räumen. Hunderte sollen die Stadt bereits am Morgen verlassen haben.
  • Homs galt lange als Hochburg der Gegner von Präsident Assad.

Homs fällt wieder unter Kontrolle der Regierung

Syrische Rebellen haben begonnen, die Stadt Homs zu verlassen. Im Gegenzug hatte sich die syrische Regierung zu einer Waffenruhe für die im Westen des Landes gelegenen Stadt verpflichtet. Das meldet die britische BBC unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mit der Räumung fällt die gesamte Stadt wieder unter die Kontrolle der Regierung.

Von insgesamt etwa 2000 Rebellen und ihren Familien sollen am Mittwoch bereits 750 Menschen aus der Stadt gebracht werden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Drei Busse mit etwa 150 Zivilisten hätten die Stadt bereits am Morgen verlassen.

Die Rebellen ziehen sich offenbar in die Provinz Idlib zurück, die immer noch in ihrer Hand ist. Idlib wird von einem Rebellenbündnis gehalten, zu dem auch die Al-Nusra-Front gehört, ein Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida. Einheiten der Rebellen sollen die Busse begleiten.

Abzug in mehreren Phasen

Der Abzug ist Teil einer Anfang Dezember vereinbarten Abmachung der syrischen Regierung mit den Aufständischen, wonach alle Rebellen binnen zwei Monaten aus dem noch von ihnen kontrollierten Viertel Waer abziehen sollten. Im Gegenzug versprach die Regierung, ihre Angriffe auf das Viertel und die Belagerung zu stoppen. Wenn die letzten Kämpfer abgezogen sind, sollen der Vereinbarung zufolge Polizisten in die Stadt kommen und sich um die Sicherheit kümmern, aber keine Soldaten.

Der BBC zufolge sollen neben Zivilisten zunächst vor allem Kämpfer, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden sind, die Stadt verlassen. Angehörige moderaterer Gruppen, die die Waffenruhe mit ausgehandelt hatten, bleiben vorerst in Homs.

Ende der Rebellen-Hochburg

Syriens drittgrößte Stadt galt lange als Hochburg der Rebellen. Homs war einer der Orte, an denen 2011 die Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad begannen. Tausende Einwohner beteiligten sich an Demonstrationen gegen die syrische Regierung.

Im Stadtteil Waer im Westen der Innenstadt von Homs leben noch etwa 75 000 Menschen, vor Beginn des Konfliktes im März 2011 waren es 300 000. Das Viertel war das letzte in Homs, in dem sich die Rebellen gehalten hatten, nachdem die meisten Aufständischen die Altstadt schon im Mai 2014 verlassen hatten.

Syrische Opposition bemüht sich um Einheit

Unterdessen hat die zersplitterte syrische Opposition in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ihre Einigungskonferenz begonnen. Seit dem Morgen laufe die erste Sitzung, hieß es aus dem Oppositionsbündnis Nationale Syrische Koalition. Bei dem von Saudi-Arabien organisierten Treffen wollen mehr als 100 Vertreter verschiedener Gruppen eine gemeinsame Position für Friedensgespräche mit dem Assad-Regime finden. Zudem sollen sie sich auf eine Verhandlungsdelegation einigen.

© SZ.de/AFP/gal/dowa/jab
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