Im Österreich-Newsletter vom 8. August waren die Leserinnen und Leser aufgerufen, ihre Lieblings-Urlaubslektüre zu teilen. Hier lesen Sie eine Auswahl der vielen Zuschriften.
Für alle Sommer eines Lebens
Meine Empfehlung: Raoul Schrott „Erste Erde“. Das Buch reicht für alle Sommer eines Lebens. Peter Bauer, Ilz (Steiermark)
Ein zeitloses Buch
In meinen Sommerferien erkunde ich gerne die Natur und wenn möglich die Berge. Ich lese sehr gerne „Die Wand“ von Marlen Haushofer. Ich finde es unglaublich, wie frisch dieses Buch nach über einem halben Jahrhundert noch wirkt. Ein zeitloses Buch. Perrie Hoekstra, Groningen (Niederlande)
Von Postler zu Postler
Ich habe von Alois Brandstetter „Zu Lasten der Briefträger“ gelesen. In der Stadtbücherei Salzburg gibt es eine Abteilung für österreichische Autoren, und da wollte ich jemand für mich Neuen lesen. Als vieljähriger Ferialarbeiter am Hauptpostamt Salzburg sprach mich der Titel an. Florian Krisch, Laufen (Bayern)
Feine Figurenzeichnung
Ich empfehle „Dschomba“ von Karin Peschka. Das ist ein unfassbar schönes Buch, ein großartiger Roman, ein Fels in der zeitgenössischen österreichischen Literaturlandschaft. Die kritische, aber keineswegs in längst vertrauten Spuren laufende Auseinandersetzung mit der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, die unglaublich feine Figurenzeichnung (die sich oft und oft mit Andeutungen begnügt und damit wesentlich mehr zum Ausdruck bringt als alles konventionelle Gerede), die Sprache (zum einen unmissverständlich, wo sonst so gern zugeschwiegen wird, zum andern zurückhaltend, wo sonst viel zu viel geschwätzt wird). Bei mir steht der Roman auf einem Regal neben den Büchern „Ein Schloß in Österreich“ von Franz Tumler, „Die Wolfshaut“ von Hans Lebert und „Morbus Kitahara“ von Christoph Ransmayr. Das sind allesamt Bücher, die man mehrmals lesen kann – und die man dennoch nie bändigt. Johann Holzner, Innsbruck
Leben in den 1920er-Jahren
Gerne empfehle ich das derzeit bei mir auf dem Terrassentisch liegende Buch „Löwenzahn – Eine Kindheit“ von Else Feldmann. Dieses Buch hat mich wegen seiner knappen Sprache und vor allem der Beschreibung des Lebens in Wien in den 1920iger-Jahren sofort fasziniert. Wobei ich anmerken möchte, dass ich eine Affinität zu dieser Zeit und ihren Schriftstellern habe (Joseph Roth, Stefan Zweig, Alfred Polgar ...). Ich fühle mich komplett in diese Zwischenkriegszeit hineinversetzt und kann nachempfinden, wie hart das Leben damals gewesen sein muss. Martin Huemayer, Wien
Den Genius loci erahnen
Ich empfehle „Hexenherz“ von Barbara Frischmuth, erstmals erschienen 2007. Begründung: Wer im Ausseerland Urlaub macht, sollte unbedingt in Altaussee das liebevoll eingerichtete Literaturmuseum besuchen. Initiiert wurde es von Barbara Frischmuth, die leider in diesem Jahr gestorben ist. „Hexenherz“ enthält 13 Kurzgeschichten – genau richtig für den Urlaub und um den Genius loci zu erahnen. Martin Hein, Kassel (Hessen)
Präzise Leichtigkeit
Ich bin gebürtiger Münchner mit österreichischem Pass. Ich lese „Vienna“ von Eva Menasse. Ich liebe die überaus präzise Leichtigkeit ihrer Sprache und deren österreichische Färbung, die mich an meine Ursprungsfamilien erinnert. Darüberhinaus ist ihre Familiengeschichte wahrlich kurzweilig-skurril, mir jedenfalls bereitet sie großes Vergnügen! Johannes Kirchlechner, Vaterstetten (Bayern)
Ein Stück Österreich
Das Sommerbuch für meinen Wienaufenthalt ist „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth. Weil ich schon lange ein Buch dieses Autors lesen wollte, und weil es ein Stück Österreich beschreibt. Ulrike Mauerhofer, Karlsruhe (Baden-Württemberg)
„Großartig amüsiert“
„Das Geschenk“ von Gaea Schoeters. Schon das Vorgänger-Buch „Trophäe“ war großartig. Im Buch „Das Geschenk“ setzt der botswanische Präsident 20 000 Elefanten in Berlin aus, und die Regierung, deren Mitglieder verblüffend der aktuellen ähneln, muss damit umgehen. Ich habe mich großartig amüsiert und freue mich schon aufs Weiterlesen. Martina Schwarz, Augsburg (Bayern)
Licht im historischen Wirrwarr
Was lese ich gerne? „Der Mann mit dem Saxofon“ von der österreichischen Autorin und Schauspielerin Sibylle Schleicher gehört zu meiner Lieblingslektüre. Der Roman im Theatermilieu von Lwiw (Lemberg) schürft auch in der Geschichte der Ukraine und endet mit dem Aufruhr auf dem Maidan. Einige Akteure des Romans sind in die Vorgeschichte dieses schrecklichen Krieges in der Ukraine involviert, das bringt etwas Licht in dieses historische Wirrwarr. Den Roman von Sibylle, die ich persönlich kenne und die so wie ich im Umfeld von Ulm lebt, muss ich diesen Sommer unbedingt noch einmal lesen. Christa Mayerhofer, Ulm (Baden-Württemberg)
Immer wieder Ransmayr
Aktuell lese ich von Christoph Ransmayr „Die letzte Welt“. Mittlerweile zum vierten Mal seit der Erstauflage. Im Rhythmus von sieben oder acht Jahren. Eines der drei Bücher, die ich auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde. Ich liebe dieses wunderbare Buch und wandere durch die Straßen von Tomi. Manfred Thier, Zwettl an der Rodl (Oberösterreich)
Jüdische Familiengeschichte
Hier meine Bücherliste für die Sommerferien: „Palästina 1936“ von Oren Kessler. Ich möchte mich über die Entstehung und die Hintergründe des „Jahrhundertkonflikts“ weiter informieren. „Die Fletchers von Long Island“ von Taffy Brodesser-Akner. Eine jüdische Familiengeschichte, sehr humorvoll geschrieben, bringt mich zum Lachen, und Lachen hebt das Gemüt und soll gesund sein. „Das Café der Existenzialisten“ von Sarah Bakewell. „Großartige Philosophiegeschichte“ (Süddeutsche Zeitung), „kurzweilig und vielschichtig“ (Philosophie Magazin) und „ganz großes Denkerkino“ (SZ). So wird das Buch angekündigt, ich freue mich darauf. Volker Schay, München
Stress der Ankommenden
Ich empfehle Maja Haderlaps „Engel des Vergessens“. Ein sehr empathisch geschriebenes Buch, welches den Menschen, besonders dem Vater, Würde zurückgibt. (...) In Gedenken an 2015 „Ankommen“ von Vedran Džihić. Eine durchaus positive Geschichte mit auch traurigen Aspekten: Seinem Vater ist es nicht gelungen anzukommen; über den Stress, den „Ankommende“ bei uns haben, um ankommen zu können, wird auch sehr wenig gesprochen. Dazu auch passend: Hannah Arendts „Wir Flüchtlinge“. Gottfried Kolbe, Oslip (Burgenland)
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