Seit ein paar Tagen ist es in Berlin ruhiger. Sauregurkenzeit nannte man diese Wochen früher. Ganz nachrichtenarm ist sie aber doch nicht, heutuzutage gibt es schließlich die sozialen Medien. Über die tauschten sich in den vergangenen Tagen der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke und BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht aus.
Erst machte der Rechtsextremist Höcke der früheren Linksradikalen Wagenknecht ein Angebot: Sie solle mit den Stimmen der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag zur Ministerpräsidentin gewählt werden. „Tricky“ nannte Wagenknecht die Offerte, also knifflig. Schließlich wisse Höcke doch, dass ihr eigener Landesverband in Thüringen gegen Wagenknecht agiere und BSW und AfD deswegen keine Mehrheit hätten. Dass das BSW in Thüringen mit CDU und SPD regiert, erwähnte Wagenknecht vorsorglich nicht.
Wagenknechts Begründung war durchaus bemerkenswert. Hätte sie sich von der AfD wählen lassen, würde ihre eigene Partei hinter ihr stehen? Auf Nachfrage wiederholte sie ihre Forderung nach einem überparteilichen Ministerpräsidenten. Das sei der „einzig vernünftige Ausweg aus der Brandmauer-Falle“, sagte sie der SZ. Ein Eingeständnis klingt anders. Ein Dementi aber auch.
Vielleicht ist diese Frage ihr gerade auch egal, schließlich braucht sie vor allem eins: Aufmerksamkeit. So wird sie zum „Helferlein der äußeren Rechten“, kommentiert mein Kollege Joachim Käppner. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD könnte stark wie nie werden. Das BSW aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Man könnte auch sagen: Wagenknecht nutzt die Sauregurkenzeit so geschickt wie irgend möglich.
Andere Politiker machen in den Sommermonaten ja gern nette Ortstermine aus, zum Beispiel Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil vor einigen Tagen. Da war er bei Sechsjährigen, um ihnen zu erklären, wie die Frühstartrente funktioniert. Sollten diese Sechsjährigen Ihnen mit ihren Frühstartrentenkenntnissen etwas voraushaben, empfehle ich diesen Text meines Kollegen Gunnar Herrmann: Er erklärt, was ein Kinderdepot ist, wie die Frühstartrente wirkt und ab wann Sie eine Steuererklärung für Ihr Kind anlegen müssen.
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Trump droht Oman: „In Grund und Boden bombardieren“. Heute endet die Frist, bis zu der Iran und USA ein Friedensabkommen hätten unterzeichnen sollen. US-Präsident Trump erklärte, er strebe keine Verlängerung des Waffenruhe-Abkommens an. Zudem drohte er Oman ungewöhnlich scharf. Das Land soll mit Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt werden könnte. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost
Fifa trennt sich von Infantino-Kritiker. Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour hatte scharfe Kritik an Fifa-Präsident Gianni Infantino geübt, nachdem dessen Pläne bekannt geworden waren, Anteile an der WM und anderen Turnieren an Investoren zu verkaufen. Nun ist er seinen Job los. Zum Artikel
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Wie das Klimaphänomen El Niño alle Rekorde pulverisieren könnte. Der US-Klimaforscher Zeke Hausfather warnt: Das aktuelle El-Niño-Ereignis würde „beispiellos sein in der 150-jährigen Geschichte der Aufzeichnungen“. Er erwartet unter anderem Ernteausfälle und Korallensterben. Außerdem stehe ein „großer Sprung der globalen Temperaturen bevor“. Zum Interview
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