Britischer Parlamentspräsident In Großbritannien tobt ein Krieg der Interpretationen

  • Parlamentspräsident Bercow hatte überraschend mitgeteilt, Premierministerin May dürfe den EU-Austrittsvertrag nicht unverändert noch einmal im Unterhaus einbringen.
  • Nun wird heftig debattiert, was genau eine "substanzielle Änderung" wäre, mit der May ihren Deal noch einmal dem Parlament vorlegen könnte.
  • Immerhin gibt es nun einen Fahrplan, mit dem May nach Brüssel fährt: Sie schreibt einen Brief an die EU, in dem sie um eine Verschiebung des Austrittsdatums bittet.
Von Cathrin Kahlweit, London

Einen Tag, nachdem Parlamentspräsident John Bercow die ohnehin am Rand des Nervenzusammenbruchs agierende Regierung in einen Schockzustand versetzt hatte, ist die Stimmung in Westminster zum Zerreißen gespannt. Bercow hatte am Montag nach intensiver Lektüre eines Handbuchs über die Auslegung der ungeschriebenen britischen Verfassung und die Hausregeln in Westminster überraschend mitgeteilt, Premierministerin Theresa May dürfe den EU-Austrittsvertrag nicht unverändert noch einmal im Unterhaus einbringen, sondern nur einen "substanziell veränderten" Vertrag vorlegen. Der Deal war schon zweimal im Parlament durchgefallen, und May ...

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