Kandidat für das Oberste Gericht Kavanaugh verteidigt sich bei Fox News

Interview vor dem wichtigen Anhörungstermin am Donnerstag: Beim Trump-Sender Fox News durfte sich Brett Kavanaugh (mit Ehefrau Ashley) verteidigen.

(Foto: Fox News)
  • In einem Fernsehinterview schmettert Supreme-Court-Kandidat Brett Kavanaugh Forderungen nach seinem Rückzug ab.
  • Die Vorwürfe von zwei Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen, bestreitet der 53-Jährige. Er habe in der Highschool und auch viele Jahre danach keine sexuellen Kontakte zu Frauen gehabt.
  • Rückendeckung bekommt er von seiner Ehefrau. Ashley Kavanaugh beschreibt ihren Mann im Gespräch mit Fox News als "anständig", "nett" und "gut".

Der wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck stehende Kandidat für einen vakanten Richterposten am amerikanischen Supreme Court hat sich entschieden gegen die Anschuldigungen gewehrt. "Ich habe niemals jemanden sexuell belästigt", sagte Brett Kavanaugh in einem Interview des Senders Fox News, das am Montagabend (Ortszeit) ausgestrahlt wurde. Er habe Frauen immer mit Würde und Respekt behandelt. "Ich möchte einen fairen Prozess, in dem ich meine Integrität verteidigen kann", erklärte der 53-Jährige.

US-Präsident Donald Trump hatte Kavanaugh als Richter für das Oberste Gericht der USA vorgeschlagen. Kurz vor der geplanten Abstimmung des US-Senats über die Personalie kamen aber heftige Vorwürfe auf: Die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford beschuldigt ihn, 1982 am Rande einer Party versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Inzwischen wirft eine zweite Frau Kavanaugh vor, sie in den 80er Jahren sexuell belästigt zu haben.

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Im Magazin New Yorker schilderte Deborah Ramirez am Wochenende, wie sich der damals angehende Jurist Kavanaugh während einer Party an der Elite-Universität Yale vor ihr entblößt haben soll. Die heute 53-Jährige fordert eine Untersuchung durch die Bundespolizei FBI.

Kavanaugh gibt an, jahrelang keine sexuellen Kontakte gehabt zu haben

Kavanaugh bestritt in dem Fernsehinterview, auf der von Ford beschriebenen Party gewesen zu sein. Auch die Vorwürfe von Ramirez wies er als falsch zurück. Er habe während seiner Zeit in der Highschool und auch noch "viele Jahre später" keine sexuellen Kontakte zu Frauen gehabt, sagte er. Forderungen, er solle seine Kandidatur zurückzuziehen, schmetterte Kavanaugh ab. Präsident Trump habe ihn am Montagnachmittag angerufen und versichert, dass er hinter ihm stehe.

Während des ausführlichen Interviews des Trump sehr wohlgesonnenen Senders kam auch Kavanaughs Ehefrau Ashley zu Wort. Sie erklärte, die Vorwürfe gegen ihren Mann seien "schwer zu glauben". Sie kenne ihn seit 17 Jahren. "Er ist anständig, er ist nett, er ist gut. Ich kenne sein Herz. Das passt nicht zu Brett."

Am Donnerstag sollen Kavanaugh und sein mutmaßliches Opfer Ford vor dem Justizausschuss des Senats aussagen.

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