Südamerika:"Wir dachten, wir seien sicher"

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Südamerika: Mayara Stelle und Leonardo de Carvalho Leal sind ein Paar, seit sie 15 sind. Vor drei Monaten sind sie geflohen, wohin, darf keiner wissen.

Mayara Stelle und Leonardo de Carvalho Leal sind ein Paar, seit sie 15 sind. Vor drei Monaten sind sie geflohen, wohin, darf keiner wissen.

(Foto: Andre Penner / AP)

In Brasilien kämpfen die Studenten Mayara Stelle und Leonardo Carvalho de Leal mit kaum mehr als ihren Laptops gegen die Fake News der Populisten. Damit sind sie so erfolgreich, dass sie um ihr Leben fürchten müssen.

Von Christoph Gurk

Kurz bevor Leonardo de Carvalho Leal zum letzten Mal das Haus seiner Eltern verließ, legte seine Mutter ihm eine kleine Kette in die Hand. Es war der 1. Dezember 2020, kurz nach zwei Uhr morgens. In ein paar Stunden würde Leal in ein Flugzeug steigen, zusammen mit Mayara Stelle, seiner Freundin. Sie würden in die nächstgrößere Stadt fliegen, Curitiba im brasilianischen Bundesstaat Paraná, und von dort aus weiter, an einen Ort, der hier nicht näher genannt werden soll. Denn es war eine Flucht. Und die Kette der Mutter ein Talisman: kleine Holzperlen, aufgezogen auf eine dünne Schnur, dazu noch ein Medaillon. Leal hält die Kette ein bisschen näher an die Computerkamera, er sagt: "Bei einer Operation hat sie meiner Mutter Glück gebracht. Jetzt soll sie uns beschützen." Als ob das so einfach wäre.

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