Brasilien:Bolsonaro negativ auf Coronavirus getestet

Jair Bolsonaro

Bolsonaro im Januar in Brasília.

(Foto: AP; Bearbeitung SZ)

Zuvor wurde das Virus bei einem engen Mitarbeiter des Präsidenten festgestellt. Anfang der Woche sprach Bolsonaro im Zusammenhang mit der Pandemie noch von "Fantasie".

Von Christoph Gurk, Buenos Aires

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wurde negativ auf das Coronavirus getestet. Dies berichteten am Freitag mehrere brasilianische Medien. Anfang dieser Woche hatte der brasilianische Präsident im Zusammenhang mit der Pandemie noch von "Fantasie" gesprochen und die Warnungen vor den weltweiten Folgen als übertrieben dargestellt.

Dann aber wurde am Donnerstag bekannt, dass einer von Bolsonaros engen Mitarbeitern positiv auf das Virus getestet wurde. Brasiliens Präsident zeigte sich daraufhin am Donnerstagabend mit Mundschutz bei einem Live-Video bei Facebook. Er stehe unter Beobachtung, erklärte der rechte Politiker, am Freitag meldeten Zeitungen dann zunächst, der Präsident sei bei einer ersten Untersuchung positiv getestet worden. Eine zweite Überprüfung ergab dann aber wohl ein negatives Ergebnis.

Brasilien war das erste Land in Südamerika, in dem der Virus auftrat. Bis Freitag wurden knapp über 70 Fälle registriert. Mittlerweile gibt es auch in fast allen anderen Staaten der Region Erkrankte. In Argentinien, wo es über 30 Infizierte gibt und bereits einen Toten, wurden bereits Großveranstaltungen untersagt und Flugverbindungen mit Risikoländern, darunter Deutschland, für 30 Tage eingestellt. Paraguay hat Schulen geschlossen, und El Salvador schottet sich weitgehend ab.

In Brasilien wurde zunächst nach Bekanntwerden erster Erkrankungen noch der traditionelle Karneval gefeiert. Besorgt zeigte sich die rechte Regierung lange vor allem wegen der wirtschaftlichen Folgen. Am Freitag gab sie dann mehrere Maßnahmen bekannt, darunter eine Quarantäne von sieben Tagen und Einschränkungen beim Flugverkehr, auch Schulschließungen werden erwogen. Gleichzeitig sagen Kritiker, Brasilien sei nicht vorbereitet auf einen größeren Ausbruch des Virus.

© SZ.de/lalse
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