Brandenburg vor der Landtagswahl:Reich mir mal das Babben-Bier

Touristen erkunden Spreewald

Einzigartige Landschaft: Touristen erkunden auf einem Holzboot den Spreewald nahe der Ortschaft Burg - Archivfoto vom 24.05.2011.

(Foto: dpa)

Sand, Sanssouci und Rentner auf Holzbooten im Spreewald: Brandenburg hat viel zu bieten - man muss es nur finden, denn im Schwimmring Berlins leben auf sehr viel Platz nur wenige Menschen. Eine Spurensuche.

Von Felix Hütten

Am 14. September haben die Brandenburger einen neuen Landtag gewählt. Höchste Zeit, sich dort mal umzusehen. Denn Brandenburg ist viel mehr, als nur der Schwimmring um Berlin.

Brandenburg ist DDR-Erinnerung

In Bernau bei Berlin - auf märkischem, rotem Sand gebaut - können Besucher die berühmte Waldsiedlung Wandlitz erkunden. Abgeschottet hinter Bäumen und Zäunen führte die Parteiführung der SED ein Leben, von dem die Bevölkerung nur träumen konnte: Mit eigenem Schwimmbad und einem Laden, in dem es Westprodukte zu kaufen gab. 50 000 Besucher im Jahr erkunden die ehemalige Wohnsiedlung, in der einst auch das Ehepaar Honecker lebte. Ein Besuch des Anwesens ist eine kleine Zeitreise in das geteilte Deutschland.

Ein weiteres Relikt der Geschichte liegt versteckt im brandenburgischen Wald. In der Kaserne Vogelsang lebten bis zum Jahr 1994 Zehntausende sowjetische Soldaten in einer eigenen Stadt. In den Hallen lagerten Waffen, Munition und Granaten der 25. Panzerdivision. Heute verfällt der Ort und ist ein beliebtes Ziel für Hobbyfotografen.

Brandenburg ist Wald

Etwa ein Drittel Brandenburgs ist Wald, überall stehen Bäume, soweit das Auge reicht. Sogar Wölfe wurden in den Wäldern gesichtet.

In den vergangenen Jahren wurde brandenburgischer Wald zur Geldanlage, viele Bieter kommen aus Süddeutschland. Dem Tagesspiegel zufolge kostete ein Hektar Forst vor der Wende umgerechnet 1000 bis 1500 Euro. Heute zahlen Käufer im Schnitt 3000 bis 5000 Euro, die meisten Bieter kommen aus Süddeutschland. Im Landtagswahlkampf fordern beinahe alle Parteien, dieser Entwicklung entgegen zu steuern und öffentliche Wälder nur noch selten zu verkaufen.

Brandenburg ist Mark

Ein beliebter Schulwitz in Berlin geht so: "Herr Lehrer, wer war eigentlich Mark Brandenburg?" Die Mark Brandenburg war eine Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und erstreckte sich von der Altmark nördlich von Magdeburg über die Uckermark bis ins heutige Polen. Einer der berühmtesten Liebhaber der Mark Brandenburg war der Schriftsteller Theodor Fontane, der auf ausgiebigen Spaziergängen die Gegend erkundete. Heute wird die Mark oft gleichgesetzt mit dem Land Brandenburg, was nicht ganz richtig ist. Die südlichen Teile Brandenburgs zählen strenggenommen nicht zur Mark - sind aber genauso schön.

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