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Brandenburg:Verdacht auf Schweinepest

Ein Wildschwein könnte die Tierseuche von Polen nach Deutschland getragen haben. Für Schweinezüchter wären die Folgen dramatisch.

In Deutschland ist womöglich die Afrikanische Schweinepest (ASF) aufgetreten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium gab am Mittwoch einen amtlichen Verdachtsfall in Brandenburg bekannt. Ein Wildschwein-Kadaver, der wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neisse-Kreis gefunden wurde, wird demnach nun virologisch untersucht. Nach Abschluss der Analyse werde Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag darüber informieren. Die Afrikanische Schweinepest ist hoch ansteckend für Haus- und Wildschweine und endet meist tödlich. Für Menschen hingegen ist die Tierseuche ungefährlich. Im Januar hatte sich die Bundesregierung besorgt gezeigt über die Ausbreitung der Schweinepest im polnischen Grenzgebiet zu Deutschland. Ein fester Schutzzaun, der Wildschweine daran hindern soll, von Polen über die Grenze zu kommen, war geplant, ist aber noch nicht gebaut. Ein mobiler Zaun steht dort bereits. Die Krankheit wird von Wildschweinen übertragen und ist bei Schweinezüchtern gefürchtet. China und andere asiatische Länder verhängen in der Regel Importverbote für Fleisch aus Regionen, in denen ASF festgestellt wurde. Deutschland ist einer der größten Schweinefleisch-Exporteure Europas.

© SZ vom 10.09.2020 / Reuters, dpa
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