Süddeutsche Zeitung

Mecklenburg-Vorpommern:Verdächtiger nach Brand in Flüchtlingsunterkunft gefasst

Bei Wismar war im Oktober eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine abgebrannt. Nun wurde ein Tatverdächtiger verhaftet. Der soll bislang nicht politisch in Erscheinung getreten sein.

Nach der Brandstiftung an einer von Ukrainern bewohnten Flüchtlingsunterkunft in Groß Strömkendorf bei Wismar vor vier Wochen ist der Staatsanwaltschaft in Schwerin zufolge ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Es handele sich um einen Feuerwehrmann aus der Region. Der Mann sei bislang nicht politisch in Erscheinung getreten. Einen politischen Hintergrund der Brandstiftung schließen die Ermittler nun aus.

Der Feuerwehrmann bestreite diese und weitere Taten. Dennoch sei Haftbefehl erlassen worden. Der 32-jährige Verdächtige soll den Ermittlern zufolge noch für weitere Brände in der Gegend verantwortlich sein.

Die Polizei war nach dem verheerenden Feuer am 19. Oktober früh von Brandstiftung ausgegangen. Die Ermittler hatten einen politischen Hintergrund nicht ausgeschlossen, weil wenige Tage zuvor eine Hakenkreuzschmiererei auf dem Eingangsschild der Unterkunft gefunden worden war. Das Hakenkreuz steht nach den jüngsten Ermittlungsergebnissen aber wohl nicht in Zusammenhang mit dem Brand. In der Region hatte es in den Wochen zuvor eine nicht aufgeklärte Brandserie gegeben, der Strohmieten, Waldflächen und am 10. Oktober ein leerstehendes, reetgedecktes Haus in Blowatz zum Opfer gefallen waren.

In dem früheren Hotel "Schäfereck" wohnten nach Angaben des Landkreises Nordwestmecklenburg zuletzt 14 Geflüchtete aus der Ukraine, die von drei Mitarbeitern betreut wurden. Körperlich verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Das reetgedeckte Haus brannte allerdings vollständig aus. Den Sachschaden schätzte die Polizei nach ersten Ermittlungen auf eine höhere sechsstellige Summe.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) twitterte dazu: "Eins muss für alle klar sein: Menschen, die vor Krieg flüchten, brauchen unseren Schutz und unsere Unterstützung. Hetze und Gewalt dulden wird nicht."

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SZ/dpa/axke/kohs
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