Die serbische Regierung hat ein mögliches Staatsbegräbnis für den bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladić anklingen lassen. „General Mladić ist ein General, und das Protokoll ist bekannt“, sagte Justizminister Nenad Vujic dem bosnisch-serbischen Fernsehsender ATV. Der Verweis auf das staatliche „Protokoll“ wird von serbischen Medien so interpretiert, dass die Regierung unter Präsident Aleksandar Vučić ein Begräbnis mit höchsten Ehren plant. Mladić war am Donnerstag in Den Haag gestorben. Er verbüßte eine lebenslange Haft für seine im Bosnien-Krieg begangenen Kriegsverbrechen. Ein UN-Tribunal hatte ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nachgewiesen. Bosnisch-serbische Milizen hatten dort unter seinem Kommando mehr als 8 000 Menschen ermordet.