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Bosnien-Herzegowina:Regierungschef in Sarajevo

14 Monate nach den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat das Parlament einen Ministerpräsidenten für das innerlich zerrissene Balkanland bestimmt. Der 58-jährige Serbe Zoran Tegeltija erhielt 28 Stimmen; acht Abgeordnete stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich der Stimme. Der Politiker kommt aus der Partei SNSD von Milorad Dodik, der dem Staatspräsidium angehört und die Politik im serbischen Landesteil, der Republika Srpska (RS), dominiert. Auf Tegeltija als Kandidaten hatten sich die bestimmenden Parteien, die auf ethnischer Grundlage organisiert sind, vor einem Monat geeinigt. Er muss nun eine Regierung bilden, die ihre Unterstützung hat. Bosnien-Herzegowina ist seit Ende des Bürgerkriegs (1992-1995) in eine muslimisch-kroatische und eine serbische Hälfte geteilt. Dies und die weitere Unterteilung der muslimische-kroatischen Föderation in Kantone mit eigenen Regierungen drohen den Gesamtstaat immer wieder zu lähmen. Die Regierung des Gesamtstaates hat deshalb eigentlich wenig Macht. Alle wichtigen Entscheidungen müssen mehr oder weniger im Konsens der großen Parteien der muslimischen Bosnier, der Serben und der Kroaten getroffen werden.