Bombenleger von Waldkraiburg:"Bizarre Privatreligion"

Der Bombenleger von Waldkraiburg im Gerichtssaal.

Der Bombenleger von Waldkraiburg im Gerichtssaal.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Das Leben von Muharrem D. verlief normal, bis er im IS-Wahn versank, seine Mutter für eine Hexe hielt und Brandsätze in türkische Geschäfte warf. Hinzu kam eine schwere psychische Krankheit. Nun muss er wegen Mordversuchs in 26 Fällen in die geschlossene Psychiatrie.

Von Annette Ramelsberger

Es hätte alles sehr, sehr schlimm ausgehen können. Wenn man sieht, wie die Menschen um drei Uhr morgens durchs Treppenhaus hetzen, im Schlafanzug, die Kinder auf dem Arm, verängstigt, verwirrt, im Halbschlaf, durch immer dichter werdenden Rauch, dann erkennt man, wie knapp es war. 26 Menschen sind in der kleinen bayerischen Stadt Waldkraiburg dem Tod entronnen, ihre Flucht ist dokumentiert durch die Videokamera im Treppenhaus. Sie sind entronnen, weil ihre Nachbarn sie geweckt und sie in letzter Minute den Ausweg aus dem verqualmten Haus gefunden haben. Im Erdgeschoß brannte lichterloh der türkische Gemüseladen, in Brand gesetzt von einem jungen Mann, der Hass auf Türken verspürte und sich als IS-Kämpfer sah.

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