Brasilien:Bolsonaro drohen Ermittlungen zum Sturm auf den Kongress

Brasilien: Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist im vergangenen Jahr abgewählt worden, doch viele seiner Anhänger sind wütend und wollen das nicht wahrhaben.

Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist im vergangenen Jahr abgewählt worden, doch viele seiner Anhänger sind wütend und wollen das nicht wahrhaben.

(Foto: MAURO PIMENTEL/AFP)

Anhänger des brasilianischen Ex-Präsidenten hatten Regierungsgebäude in der Hauptstadt Brasília gestürmt. Bolsonaro verurteilte deren Vorgehen später öffentlich, doch viele geben ihm eine Mitschuld.

Nach dem Sturm radikaler Anhänger auf das Regierungsviertel in der brasilianischen Hauptstadt Brasília will die Generalstaatsanwaltschaft deswegen auch gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro ermitteln lassen. Dies geht aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hervor.

Dem rechten Ex-Präsidenten Bolsonaro wird demnach vorgeworfen, am Dienstag ein Video gepostet und kurze Zeit später wieder gelöscht zu haben, in dem er die Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahlen in Brasilien im Oktober infrage gestellt und damit öffentlich zu einer Straftat aufgerufen habe. Auch wenn der Post nach den Krawallen erfolgte, solle die Rolle Bolsonaros untersucht werden, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Carlos Frederico Santos der Mitteilung zufolge.

Sicherheitsmaßnahmen in Brasília verschärft

Der Oberste Gerichtshof untersucht bereits unter anderem die "geistige Urheberschaft", die zu der Gewalt und dem Vandalismus in Brasília geführt hatten. Am Sonntag hatten Bolsonaro-Anhänger den Kongress, den Regierungssitz und den Obersten Gerichtshof in Brasília gestürmt und erhebliche Schäden verursacht. Bolsonaros Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva warf dem Ex-Präsidenten vor, seine Anhänger aufgestachelt zu haben. Bolsonaro wies die Anschuldigungen zurück.

Angesichts der Furcht vor erneuten Aktionen radikaler Bolsonaro-Anhänger wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der brasilianischen Hauptstadt am Mittwoch verschärft, nachdem der Aufruf zu einer "Mega-Demonstration zur Wiedererlangung der Macht" in allen Landeshauptstädten Brasiliens kursiert war.

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