Nordrhein-WestfalenNach Polizeischuss auf Zwölfjährige: Landtag befasst sich mit Einsatz

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Der Landtag in Düsseldorf beschäftigt sich mit dem Polizeieinsatz in Bochum, bei dem eine Zwölfjährige schwer verletzt wurde.
Der Landtag in Düsseldorf beschäftigt sich mit dem Polizeieinsatz in Bochum, bei dem eine Zwölfjährige schwer verletzt wurde. (Foto: Friso Gentsch/dpa)
  • Eine Zwölfjährige wurde am 17. November bei einem Polizeieinsatz in Bochum durch einen Schuss aus einer Dienstwaffe lebensgefährlich verletzt.
  • Der Landtag in Düsseldorf beschäftigt sich an diesem Freitagmorgen in einer Sondersitzung mit dem umstrittenen Polizeieinsatz.
  • Der Anwalt des gehörlosen Mädchens kritisiert die Polizeidarstellung und bestreitet einen unmittelbar bevorstehenden Angriff durch das Kind.
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Das Mädchen war vor knapp zwei Wochen durch die Kugel aus einer Dienstwaffe lebensgefährlich verletzt worden. Nun beschäftigt der Fall die Politik.

Der Schuss auf ein zwölfjähriges Mädchen bei einem Polizeieinsatz in Bochum wird an diesem Freitagmorgen Thema im nordrhein-westfälischen Landtag. In einer gemeinsamen Sondersitzung beschäftigen sich der Innenausschuss und der Familienausschuss mit dem Einsatz.

Neben Innenminister Herbert Reul (CDU) soll Familienministerin Josefine Paul (Grüne) berichten. SPD und FDP wollen von der Landesregierung unter anderem wissen, wie sich die beteiligten Behörden im Vorfeld über das Mädchen ausgetauscht haben.

Die Zwölfjährige war bei dem Einsatz in der Nacht zum 17. November am Bauch getroffen und mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen die Beamten zuvor angegriffen hatte. Der Schuss aus der Dienstwaffe sei erst gefallen, als sich die Zwölfjährige mit zwei Messern in den Händen unmittelbar vor den Polizisten befunden habe, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft betont. Kurz zuvor seien der Mutter des Mädchens Handschellen angelegt worden. Innenminister Reul hatte zuletzt schon gesagt, dass die Bodycams der Polizisten beim Einsatz nicht eingeschaltet waren.

Der Anwalt des Mädchens, Simón Barrera González, kritisierte die Darstellung der Polizei als voreilig und manipulativ. Polizei und Staatsanwaltschaft versuchten mit ihrer „aggressiven Pressearbeit“, die aus seiner Sicht fragwürdige Darstellung zu prägen, der Beamte habe aus Notwehr geschossen. Nachdem er mit der Familie gesprochen habe, gehe er nicht davon aus, dass es einen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Mädchens gegeben habe. Die Polizei habe vielmehr bestehende Rückzugsmöglichkeiten nicht genutzt, so der Vorwurf des Juristen.

Zu dem Einsatz war es gekommen, weil die Zwölfjährige in ihrer Wohngruppe in Münster vermisst wurde und zu ihrer Mutter nach Bochum gefahren war. Weil das Mädchen lebenswichtige Medikamente einnimmt, waren nach Angaben der Ermittlungsbehörden vier Beamte mitten in der Nacht dorthin gefahren.

Besonders schwierig könnte der Einsatz auch dadurch gewesen sein, dass nach Angaben der Polizei sowohl die Zwölfjährige als auch die Mutter gehörlos sind. Ob und wie überhaupt eine Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und den beiden Gehörlosen möglich war, sollte nach Angaben der Polizei ermittelt werden. Ein Gebärdendolmetscher sei bei dem Einsatz nicht dabei gewesen.

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