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Bochum:Ende Gelände

Für Bochum war Opel mehr als nur eine Autofabrik. Das Werk war Heimat, Antrieb und Symbol des Arbeitertums. Über eine Stadt, die wieder mal viel Glück braucht.

Von Hilmar Klute

Jetzt ist Gerd Kiepka doch wieder rechts rangefahren. Er hat seinen Opel auf dem Seitenstreifen geparkt und steht nun fassungslos vor dem, was hinter dem Bauzaun geschieht: Bagger beißen unablässig wie zähe Nagetiere in die aufgerissene Flanke der einstigen Lackiererei - hier war einmal Kiepkas Arbeitsplatz. Eisenstreben hängen wie geknickte Streichhölzer aus der Fassade, Schläuche, Rohre, Gummilitzen baumeln im Wind, der einen kalten Regen vor sich her treibt: Das große, alte Tier ist erlegt, und jetzt kommen den ganzen Tag lang Leute hier ans ehemalige Werkstor, um den störrischen Kadaver anzustarren, der, so sieht es aus, möglichst lange seine klaffende Wunde zeigen will. Gerd Kiepka sagt, es sei schon ein besonderes Gefühl. Was für ein Gefühl? "Ein beschissenes Gefühl."

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