Blitzumfragen Schröder gewinnt TV-Duell gegen Merkel

Kompetenter, sympathischer, glaubwürdiger: Bundeskanzler Gerhard Schröder hat das mit Spannung erwartete TV-Duell mit Unions-Kandidatin Angela Merkel nach ersten Umfragen für sich entschieden.

Nach übereinstimmenden Ergebnissen mehrerer Institute sah die weit überwiegende Zahl der Befragten Schröder am Sonntagabend deutlich vorne. Gemessen an den eher niedrigen Erwartungen vor dem Duell erreichte die Herausforderin jedoch akzeptable Werte.

Schröder punktete in dem TV-Clinch nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) und von infratest dimap (ARD) vor allem in den Feldern Sympathie und Glaubwürdigkeit. Bei der Forschungsgruppe meinten 48 Prozent der Befragten, Schröder sei besser gewesen. Nur 28 Prozent sahen Merkel vorne.

Derzeit liegt die rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen in Wahlumfragen deutlich hinter einem Bündnis aus CDU/CSU und FDP. Die Auswirkungen eines TV-Duells auf die tatsächliche Wahlentscheidung werden unterschiedlich bewertet.

In der ARD-Umfrage sahen 49 Prozent der Befragten Schröder als "überzeugender" als Merkel (33 Prozent). Bei der Mehrzahl der Einzelfragen lag Schröder ebenfalls vorne: Rentenpolitik (51:37 Prozent), Familienpolitik (40:50), Äußeres (71:19), Steuern (49:38), Arbeitsmarkt (35:46). Beide Politiker konnten nach Einschätzung der Forscher in ihren Lagern überzeugen.

In einer Forsa-Umfrage für RTL bezeichneten 54 Prozent Schröder am Sonntagabend als Sieger, 31 Prozent Merkel. Auf die Frage, wer das größere Vertrauen genieße, das Land zu regieren, nannten 55 Prozent Schröder, 37 Prozent Merkel. Nur im Kompetenzbereich Wirtschaft und Arbeitsmarkt lag Merkel mit 43 Prozent knapp vor Schröder (41). Bei der Frage nach der Sympathie erzielte Schröder 57 Prozent, Merkel 31.

Das von vier Fernsehsendern live übertragene Streitgespräch in Berlin Adlershof war das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten. Die beiden Parteien hoffen, damit ihre Position in den Umfragen vor der Wahl am 18. September zu verbessern, in denen die SPD trotz einer leichten Verbesserung weiter deutlich hinter der Union lag. Der Ausgang des Streitgesprächs könnte nach Einschätzung von Meinungsforschern auch über den Ausgang der Wahl entscheiden.