Westerwelle in Kundus Blitzbesuch bei Soldaten in Afghanistan

Es ist sein erster Besuch bei der Bundeswehr in Afghanistan seit seinem Amtsantritt: Außenminister Guido Westerwelle ist in Kundus eingetroffen.

Nach Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Kanzlerin Angela Merkel stattet auch er den Soldaten in Afghanistan einen Blitzbesuch ab: Außenminister Guido Westerwelle ist an diesem Montag bei der Bundeswehr im nordafghanischen Feldlager Kundus eingetroffen. Die Reisepläne waren aus Sicherheitsgründen bis zur Ankunft geheim gehalten worden.

Westerwelle bei seiner Ankunft in Afghanistan: An diesem Montag ist er im nordafghanischen Feldlager Kundus eingetroffen.

(Foto: dapd)

Der Minister war mit einem Transall-Militärtransporter von Kabul nach Kundus geflogen. Der Aufenthalt im Feldlager soll nur drei Stunden dauern. Für Westerwelle ist dies seit seinem Amtsantritt der erste Besuch in Kundus.

Westerwelle lobte das Engagement der deutschen Soldaten. "Diese Leute halten für unsere Freiheit und unsere Sicherheit ihren Kopf hin", sagte der FDP-Politiker. "Da muss man seine Solidarität zeigen." Der Minister legte am Ehrenhain für die gefallenen deutschen Soldaten einen Kranz nieder.

Bei seinem Besuch in Kabul hatte der FDP-Chef am Sonntag nochmals die Pläne für den schrittweisen Abzug der deutschen Truppen bekräftigt. Zum Jahresende sollen die ersten deutschen Soldaten das Land verlassen. Ende 2014 will die Nato die Verantwortung für die Sicherheit den Afghanen übergeben.

Bei einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai in Kabul hatte Westerwelle von der afghanischen Regierung mehr Anstrengungen gegen Korruption und Drogenhandel verlangt. Er hatte zugleich einen besseren Schutz für religiöse Minderheiten angemahnt. Bei der Abstimmung über das neue Afghanistan-Mandat im Bundestag Ende Januar rechnete der FDP-Chef mit breiter Zustimmung. Im neuen Mandat wird das Jahresende 2011 als Termin für den Beginn des Abzugs genannt - "soweit die Lage dies erlaubt".

Bis dahin soll weiterhin die Entsendung von bis zu 5350 Soldaten möglich sein. Den Afghanen hatte Westerwelle am Sonntag versichert, dass Deutschland auch nach dem Ende des Kampfeinsatzes an ihrer Seite stehen werde. Das Land dürfe niemals wieder "terroristischen Strukturen" überlassen werden, sagte er. "Auch in den Jahren nach 2014 wird Deutschland Afghanistan nicht alleinlassen."

Deutschland beteiligt sich nicht an Awacs-Einsatz

In Kabul kündigte Westerwelle außerdem an, dass sich Deutschland vorerst nicht an dem Awacs-Einsatz der Nato in Afghanistan beteiligen werde: "Wir haben unseren Partnern rechtzeitig deutlich gemacht, dass wir uns derzeit nicht beteiligen, weil wir den Schwerpunkt bei der Ausbildung vor Ort setzen und auch dort sehen", sagte er. Dies habe er dem Kommandeur der Nato-Truppen, US-General David Petraeus, schon vor Wochen bei einem Treffen in Berlin mitgeteilt. Die deutsche Entscheidung sei daher keine Überraschung für die Bündnispartner. Petraeus hatte Deutschland Medienberichten zufolge um 100 Soldaten für die fliegenden Radarstationen gebeten.

Zuvor hatte Westerwelle das Nachbarland Pakistan besucht und dort ebenfalls für eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus geworben. Das weltweit zweitgrößte islamische Land - zugleich Atommacht - habe eine "absolute Schlüsselrolle" für die gesamte Region. Auf Forderungen nach deutscher Waffenhilfe ging er nicht ein. Das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als wichtigstes Rückzugsgebiet von islamistischen Extremisten.