Süddeutsche Zeitung

Rechtsextremismus:Bericht: BKA suspendiert drei Kommissarsanwärter

  • Das Bundeskriminalamt geht nach Spiegel-Informationen gegen drei Kommissarsanwärter vor.
  • Gegen den Hauptbeschuldigten wurde demnach ein Entlassungsverfahren eingeleitet. Die beiden anderen hätten sich reumütig gezeigt.
  • Hintergrund sind rechtsextreme Posts in einem Whatsapp-Chat.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat drei Kommissarsanwärter nach rechtsextremen Vorfällen suspendiert. Der Hauptbeschuldigte habe in einem Whatsapp-Chat ein Bild von Adolf Hitler gepostet, der mit den Händen ein Herz formt, teilte eine BKA-Sprecherin nach Angaben des Spiegel mit.

In dem Chat sollen die drei Anwärter demnach im Oktober 2019 über Kostüme für Halloween diskutiert haben. Einer der Anwärter habe vorgeschlagen, sich als Attentäter von Halle zu verkleiden. Dort hatte ein Rechtsextremist am 9. Oktober vergangenen Jahres am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, schwer bewaffnet in eine mit etwa 50 Gläubigen besetzte Synagoge einzudringen. Als das misslang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin vor dem Gotteshaus und einen Mann in einem Dönerladen.

Offenbar kam bei den Kommissarsanwärtern auch die Idee auf, Wehrmachtsuniformen zu tragen, meldet der Spiegel. Dazu soll ein Anwärter geschrieben haben: "Nur wenn wir original Armbinden benutzen." Gegen den Hauptbeschuldigten habe man ein Entlassungsverfahren eingeleitet, teilte die Sprecherin dem Spiegel zufolge mit. Die beiden anderen hätten sich reumütig gezeigt. Deren "Fehlverhalten" werde das BKA nur disziplinarisch ahnden.

Einen vergleichbaren Vorfall hatte es im vergangenen Sommer gegeben. Damals waren zwei Kommissaranwärter gemaßregelt worden. Sie hatten sich bei einer Übung am Computer die Namen "Holocaust=fake" und "H1tler" gegeben. Einer der beiden sei inzwischen entlassen worden, so die Sprecherin. "Das Bundeskriminalamt wird weiterhin konsequent gegen derartiges Fehlverhalten vorgehen."

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