Bischofssynode:Wenig Inhalt in schönen Worten

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Nach dem Ende der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie in Rom betonen die Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland das Positive des Treffens.

Von Matthias Drobinski

Nach dem Ende der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie in Rom betonen die deutschen Teilnehmer und Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland das Positive des Treffens. Der Münchner Kardinal und Bischofskonferenzvorsitzende Reinhard Marx sagte, manchen mögen die Ergebnisse als zu wenig erscheinen - sie seien aber "sehr, sehr viel für den gemeinsamen Weg der Kirche". Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sagte, trotz aller unterschiedlichen Positionen sei in den drei Wochen eine Herzlichkeit unter den Bischöfen entstanden, die fortdauern werde. Jetzt müsse der Papst entscheiden. Aber auch die Kirche in Deutschland sei gefragt: "Nun sind wir dran weiterzumachen", sagte er. Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück lobte den "sehr differenzierten Blick" des Abschlussdokuments auf die unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens.

Dieses Abschlussdokument stößt auf Kritik, weil es nur wenige konkrete Änderungen beim Umgang mit Partnerschaften außerhalb der Ehe vorschlägt. Gelobt wird jedoch der positive, ermutigende Ton. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bedauerte, dass die Sicht junger Menschen nicht vorkomme, sie seien so wenig gehört worden wie "Paare, die das katholische Ehe-Ideal nicht erfüllen". Die Initiative "Wir sind Kirche" bemängelte den fehlenden Mut der Bischöfe. Der Freiburger Theologe Eberhard Schockenhoff dagegen sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), die Synode habe die in vielen deutschen Gemeinden geübte Praxis bestätigt, wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen nicht von der Kommunion auszuschließen. "Ich bin sicher, dass der Abschlussbericht des Papstes die Deutlichkeit enthalten wird, die manche jetzt noch vermissen," fügte er hinzu.

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