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Bildstrecke:Prominente Parteiwechsler

Seit den Anfangsjahren der Bundesrepublik hat es schon immer spektakuläre Parteiwechsel gegeben. Eine Übersicht.

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Der ehemalige Grünen-Politiker Oswald Metzger ist nun in die CDU eingetreten.

Der 53-Jährige war vor vier Monaten nach 21 Jahren Mitgliedschaft bei den Grünen ausgetreten und hatte dies mit einem "persönlichen und programmatischen Entfremdungsprozess" begründet. Dabei hatte er angekündigt, in Zukunft entweder für die CDU oder für die FDP Politik machen zu wollen.

Seit den Anfangsjahren der Bundesrepublik hat es schon immer spektakuläre Parteiwechsel gegeben. Eine Übersicht.

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Eine Aufnahme von Gustav Heinemann bei seiner Vereidigung als Bundespräsident 1969.

Der Sozialdemokrat war bereits in der ersten Bundesregierung Innenminister - bis er aus Protest gegen die Wiederbewaffnungspläne von Kanzler Konrad Adenauer sowohl die CDU als auch die Regierung 1950 verließ.

Anschließend gründete Heinemann die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), die politisch bedeutungslos blieb. Wie die meisten der GVP-Mitglieder trat er schließlich zur SPD über - ein Schritt, der ihm später abermals einen Ministerposten und die Präsidentschaft bescherte.

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Johannes Rau während seiner Amtszeit als Bundespräsident. Der 2006 verstorbene Nordrhein-Westfale begann seine politische Laufbahn in Heinemanns GVP - und wechselte wie sein Mentor zur SPD.

Mit den Sozialdemokraten wurde Rau Ministerpräsident an Rhein und Ruhr - und später Staatsoberhaupt wie Heinemann.

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Erich Mende auf einem Foto von 1958, auf dem er sein Ritterkeuz trägt, das dem Wehrmachtsmajor gegen Kriegsende verliehen worden war.

Der Nationalliberale war Vorsitzender der FDP und Vizekanzler unter Ludwig Erhard. 1970 trat er zur CDU über - aus Protest der Ostpolitik seiner mit der SPD koalierenden Partei.

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Die Mitglieder des Grünen-Vorstands während des Gründungsparteitages in Karlsruhe am 13. Januar 1980.

Mit dabei: Herbert Gruhl, dritter von links. Der gebürtige Sachse hatte seine Polit-Laufbahn in der CDU begonnen, wurde Bundestagsabgeordneter. Mitte der siebziger Jahre wandte er sich von der Union ab, trat den Grünen bei, verließ auch diese: 1982 gründete er seine eigene Partei: die öko-konservative Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP).

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Petra Kelly, hier auf einem Foto von 1982, unsterstützte 1968 den demokratischen Kandidaten Robert Kennedy im US-Präsidentschaftswahlkampf.

Kelly war in der Europäischen Kommission tätig und Mitglied in der SPD, mit der sie 1979 brach. In ihrem Austrittsschreiben an den damaligen Kanzler Helmut Schmidt kündigte Kelly eine "neue Form der politischen Vertretung" an: die Grünen, in der sie später eine Führungsrolle übernahm.

Kelly wurde 1992 von ihrem Lebensgefährten Gert Bastian erschossen, der sich daraufhin selbst umbrachte.

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Günter Verheugen war bis 1982 Generalsekretär der FDP. Danach wechselten die Liberalen den Koalitionspartner - und Verheugen die Partei: Er ging zur SPD.

Nach dem Regierungswechsel 1998 wurde Verheugen zunächst Staatsminister im Auswärtigen Amt - und anschließend EU-Kommissar.

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Einen ähnlichen Weg wie Verheugen ging auch Ingrid Matthäus-Meier. Dieses Foto zeigt sie 1980 in der Diskussion mit Atomkraftgegnern - da war sie noch FDP-Bundestagsabgeordnete.

Nach der Wende in Bonn wechselte Matthäus-Meier zur SPD.

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Noch ein Liberaler, der seiner Partei den Koalitionsbruch von 1982 übel nahm: Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium Andreas von Schoeler legte sein Mandat nieder, wurde Sozialdemokrat - und wurde Jahre später für die SPD Oberbürgermeister von Frankfurt am Main.

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Einen besonderen Weg nahm Otto Schily. Zunächst verteidigte der Rechtsanwalt RAF-Terroristen. Die Grünen gründete er mit und übernahm in den achtziger Jahren eine Führungsposition: Er war zwischenzeitlich Parteisprecher und Abgeordneter im Bundestag.

1989 wechselte er zur SPD - und wurde 1998 Bundesinnenminister.

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Matthias Platzeck engagierte sich in der DDR-Zeit in der Liberal-Demokratische Partei (LDPD). In der Wendezeit wurde er für die Grüne Liga aktiv und für die Grüne Partei der DDR von Februar bis April 1990 Minister in der Modrow-Regierung.

Da er 1993 den Zusammenschluss des inzwischen gegründeten ostdeutschen Bündnis 90 mit den westdeutschen Grünen ablehnte, trat er nicht der neuen Partei Bündnis 90/Die Grünen bei, blieb aber auch als Parteiloser Umweltminister (Foto von 1997) in Brandenburg. Schließlich wurde er SPD-Mitglied, Landeschef, Ministerpräsident.

2005 übernahm er den SPD-Vorsitz von Franz Müntefering, übergab das Zepter jedoch schon nach wenigen Monaten an Kurt Beck - aus gesundheitlichen Gründen.

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Von links nach rechts: Vera Lengsfeld startete als ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin bei Bündnis 90/Die Grünen. Weil sich die Partei ihrer Meinung nach nicht ausreichend genug von der PDS abgrenzte, trat die Thüringerin zur CDU über.

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Oskar Lafontaine wurde mit der SPD Abgeordneter, Saarbrücker Oberbürgermeister, Saarländischer Ministerpräsident, SPD-Chef und Bundesfinanzminister. Weil er mit Gerhard Schröder doch nicht konnte, schmiss er seinen Ministerposten und SPD-Vorsitz 1999 hin.

2005 wechselte Lafontaine von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG), die mit der PDS inzwischen zur Partei Die Linke fusionierte.

Dort ist Lafontaine inzwischen, was er auch schon in der SPD war: Parteichef und obendrein noch Fraktionsvorsitzender.

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