Doch was folgte, waren politische Fehlkalkulationen und eine Blockade im Kongress durch die Republikaner. Die Washington Post machte Obamas kompromissbereiten und passiven Führungsstil dafür verantwortlich. Zudem weigerten sich mehrere Drittstaaten, Insassen Guantanamos aufzunehmen. Am 8. März 2011 unterzeichnete der Präsident ein folgenreiches Dekret, das die dauerhafte Internierung von mindestens 48 Häftlingen billigte. Im Sommer 2012 stellte die US-Regierung sogar 40 Millionen US-Dollar (knapp 33 Millionen Euro) bereit, um das veraltete Satelliten-Kommunikationssystem in Guantanamo zu erweitern. Knapp vier Jahre nach der Wahl ist klar: Guantanamo wird nicht in absehbarer Zeit geschlossen. Obama hat sein Wahlkampfversprechen gebrochen.

Das Bild zeigt Demonstranten, die vor dem Weißen Haus in Washington für die Schließung Guantanamos eintreten.

Bild: dpa 18. Juli 2012, 15:522012-07-18 15:52:00 © Süddeutsche.de/fhu/bön